Hurrikan Dorian

Jeder fünfte Einwohner der Bahamas ist auf Hilfe angewiesen

dpa

Von dpa

Do, 05. September 2019 um 22:16 Uhr

Panorama

Hurrikan Dorian hat auf den Bahamas enorme Verwüstungen hinterlassen und mindestens 20 Menschenleben gefordert. "Wir erwarten, dass diese Zahl noch steigt", sagt der Premierminister.

Viele Menschen wurden noch immer vermisst, einige warteten weiter auf Rettung. Am Donnerstag zog der Sturm entlang der Südostküste der USA weiter und sorgte für heftige Böen und starken Regen. Es wurden Sturmfluten befürchtet.

Dorian hatte die Bahamas am Sonntag als Hurrikan der höchsten Gefahrenstufe getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde. Der Sturm wütete dort fast drei Tage lang. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen.

Danach verlor Dorian etwas an Kraft. Am Donnerstag bewegte er sich vor der Küste des US-Bundesstaates South Carolina weiter Richtung Nordosten und entwickelte dabei Windböen mit einer Geschwindigkeit von 175 Kilometern pro Stunde. Damit wurde er als Hurrikan der mittleren Kategorie drei eingestuft. Zuvor hatte sich Dorian zwischenzeitlich zu einem Sturm der Stufe zwei abgeschwächt. Meteorologen sagten voraus, auf seinem Weg werde Dorian vermutlich wieder auf dieses Level fallen. Er wird nach Berechnungen des Nationalen Hurrikan-Zentrums in den nächsten Tagen aber Hurrikan-Stärke behalten.

Nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators Marc Lowcock benötigen rund 70.000 Menschen – also fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas – dringend Hilfe zum Überleben. Die Bevölkerung brauche akut Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Notunterkünfte, erklärte er bei einem Besuch auf den Bahamas. Die Flughäfen seien überschwemmt oder beschädigt, auch Verbindungsstraßen könnten nicht genutzt werden.

Berichte über Plünderungen

Teile der Inseln seien immer noch von der Außenwelt abgeschnitten, erklärte Lowcock. Es gebe keine Stromversorgung und nur stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten. Es sei daher zu befürchten, dass die Zahl der Todesopfer "bedeutend ansteigen" werde. Regierungschef Minnis sprach von einer außerordentlichen Welle der Unterstützung aus dem In- und Ausland. Er hatte sich am Mittwoch in einem Hubschrauber der US-Küstenwache aus der Luft ein Bild der Lage auf Grand Bahama gemacht. Es habe umfangreiche Schäden gegeben, viele Menschen seien in Notunterkünften. Auch die psychologischen Folgen seien nicht zu unterschätzen.

Premierminister Hubert Minnis ging auch auf Berichte über Plünderungen in den verwüsteten Gebieten ein. Die Täter würden mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt, kündigte er an. Zusätzliche Sicherheitskräfte seien bereits auf die Abaco-Inseln geschickt worden. Hinzu kämen demnächst Angehörige des Militärs von Jamaika.

Am Donnerstag sorgte der Sturm im US-Bundesstaat South Carolina für heftige Windböen, Starkregen und teilweise für Überschwemmungen und Stromausfälle.