Jetzt kommen die Skispringerinnen

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 17. Januar 2021

Skispringen

Der nächste Weltcup in Titisee-Neustadt.

"Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup", sagt Joachim Häfker. Der Chef des Organisationskomitees für das Skispringen in Titisee-Neustadt hat gerade erst erfolgreich zwei Wettkämpfe für die Männer organisiert – und will jetzt alles dafür tun, dass auch die Frauen Ende Januar perfekte Verhältnisse vorfinden werden an der Hochfirstschanze im Schmiedsbachtal.

Es fehlt ja nicht an Schnee in diesem Winter, es gibt ihn sogar überreichlich im Schwarzwald. In der Wälderstadt konnten sie schon Anfang Januar aus drei Quellen schöpfen. Erstens holten sie Altschnee aus ihrem Depot, dem sogenannten Schwarzwaldgletscher, in dem das kostbare Weiß aus dem Winter 2019/2020 an einer besonders schattigen Stelle des Tals wieder übersommert hatte. Zweitens schossen sie Maschinenschnee in den sehr kalten Nächten. Und drittens ließ sich Frau Holle wahrlich nicht lumpen – anders als vor einem Jahr, als vier der fünf geplanten Weltcups im Schwarzwald dem Klimawandel und den damals viel zu hohen Temperaturen zum Opfer fielen.

Diesmal ist es wieder ganz anders. Die besten Männer der Welt segelten vor einer Woche zu Tal. Den ersten Weltcup gewann der Pole Kamil Stoch, den zweiten der Norweger Halvor Egner Granerud. Jetzt bereitet sich Joachim Häfker zusammen mit seinem Schanzenteam und rund 250 freiwilligen Helferinnen und Helfern auf den Weltcup der Frauen vor. Er soll am 30. und 31. Januar über die Bühne gehen. Im Corona-Winter werden auch diesmal keine Zuschauer zugelassen sein, das ganze Schanzenareal ist streng abgeriegelt. Aber die Springen werden natürlich im Fernsehen übertragen.

Das Recht, auf einer Großschanze zu springen, mussten sich die Frauen erst einmal erkämpfen. Viele Jahre durften sie nur vom kleineren Bakken, der sogenannten Normalschanze starten. Aber jetzt dürfen sie auch auf Anlagen wie in Titisee-Neustadt gehen, die Flüge auf bis zu 150 Meter zulassen. Häfker ist überzeugt davon, dass auch die Frauen großen Sport zeigen werden. "Sie können auf jeden Fall richtig gut skispringen", sagt er. "Die haben nicht weniger Mut als die Männer. Die Mädels haben richtig Mumm."

Titisee-Neustadt sprang im Weltcup-Kalender für Hinterzarten ein. Die dortige Adlerschanze ist wegen eines Bau- beziehungsweise Planungsfehlers bei der Renovierung wohl auf lange Zeit außer Betrieb. Just am gleichen Wochenende wie die Skispringerinnen werden die weltbesten Skicrosserinnen und Skicrosser wieder auf ihrer Spezialpiste am Feldberg zu Tal rasen. Der Weltcup kann als gesichert gelten, denn auch auf dem höchsten Berg des Schwarzwalds gibt’s natürlich Schnee satt. Auch diese Wettkämpfe finden angesichts der Corona-Pandemie natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.