Wahlkreis Emmendingen – Lahr

Johannes Fechner kann auf sein Netzwerk zählen

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Do, 09. September 2021 um 16:49 Uhr

Kreis Emmendingen

Im Wahlkampf geben sich zahlreiche Größen der SPD im Wahlkreis Emmendingen – Lahr ein Stelldichein. Jetzt empfing Johannes Fechner die Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

"Wir haben den Umfragen im Frühjahr und Sommer getrotzt, jetzt trotzen wir dem Regen." So stimmte SPD-Kandidat Johannes Fechner auf die Veranstaltung mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein. Und so, wie die SPD mittlerweile bei der aktuellen Sonntagsfrage vor dem Koalitionspartner CDU liegt, fanden sich am gestrigen Nachmittag zunehmend Besucherinnen und Besucher auf dem Emmendinger Marktplatz ein.

Hohe Besuche
Johannes Fechner, seit zwei Legislaturperioden für den Wahlkreis 283 im Bundestag vertreten ist, hat, so sagt er selbst, mittlerweile ein gutes Netzwerk aufgebaut. So bekomme er von der Bundespartei Rückenwind für seinen Wahlkampf, könne auf Parteigrößen wie Außenminister Heiko Maas, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil oder eben Umweltministerin Svenja Schulze setzen, "die mich hier vor Ort durch ihre persönlichen Auftritte unterstützen". Diese Wertschätzung, die er auch in Platz sechs der Landesliste und damit wohl dem Wiedereinzug in den Bundestag sieht, komme ihn zu gute.

Internationalität
Die Region Emmendingen sei ein gutes Pflaster, um die Klimapolitik der SPD auch in Person der Umweltministerin zu präsentieren. Schließlich habe sich dieses Ansinnen nicht nur im Kampf gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl gezeigt.
Weitere Berichte zur Bundestagswahl im Wahlkreis Emmendingen-Lahr finden sich im Onlinedossier

Unterstützung bekamen Schulze und Fechner vor Ort zudem von lokaler Prominenz: Der weltweit anerkannte Klimawissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker, beheimatet in Emmendingen, brachte seine Expertise ebenfalls ein. Und zeigte auf – wie nach ihm dann auch die Umweltministerin –, dass Klimaschutz keine nationalen Grenzen haben dürfe, sondern nur auf internationaler Ebene funktioniere. Hier müsse, da sind sich die Genossinnen und Genossen einig, Deutschland eine Vorreiterrolle spielen und mit "ebenfalls mutigen Ländern einen Club bilden, die den Klimaschutz international nach vorne bringen", so von Weizsäcker.

Klimaziele
Immer auf die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit verweisend, zeigte Schulze zudem auf, welche Hausaufgaben Deutschland selbst zu machen habe, welche Prioritäten eine dann möglicherweise SPD-geführte Bundesregierung setzen werde. "Ganz oben auf der Liste steht der Ausbau der erneuerbaren Energien. Nach dem Ausstieg aus der Atomkraft steht der Ausstieg aus der Kohle an. Dies gelingt umso schneller, je schneller wir die Erneuerbaren ausbauen", so Schulze. Dabei gelte es auch, die Erzeugung regenerativer Energien zu dezentralisieren, die Menschen mitzunehmen und dafür zu begeistern. Für den Ausbau der E-Mobilität gelte es, die Infrastruktur anzupassen, E-Autos erschwinglicher zu machen, "einen Markt dafür zu schaffen", so Schulze, ohne dabei die Sozialverträglichkeit der Bemühungen aus den Augen zu verlieren.

Resonanz
20 Besucherinnen und Besucher hätten Fechner kurz vor Beginn der Veranstaltung gereicht, schließlich regnete es. "Es geht ja auch darum, zu dokumentieren, dass mir das Thema Klima wichtig ist", sagte er im Vorfeld der Diskussion. Resonanz in den Medien und den sozialen Kanälen seien auch ein Pfund im Wahlkampf, mit dem Politiker wucherten. Als Svenja Schulze dann eintraf, konnte er neben der Umweltministerin schon rund 50 Interessierte begrüßen. Und im weiteren Verlauf der Diskussion bedankte sich Fechner dann "bei den nun rund 70 Anwesenden, die gekommen sind". Und die der Veranstaltung dann auch bis zum regenfreien Ende beiwohnten.