Jugendliche kritisieren die schlechte Anbindung an den Nahverkehr

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Mai 2019

Görwihl

Junge Union Görwihl hat zu einem Informationsabend eingeladen / Mangelnde Ärzteversorgung und die Hallengebühren sind weitere Themen.

GÖRWIHL (BZ). Die Junge Union Görwihl hatte alle Erst- und Jungwähler der Gemeinde zu einem Informationsabend eingeladen. Benedict Mutter begrüßte eine Gruppe interessierter Jugendlicher, die sich über die Kommunal- und Europawahl informierten. Dabei konnte er auch einige Gemeinderatskandidaten der CDU begrüßen, die das Gespräch mit der heranwachsenden Generation suchten.

Der Vorsitzende der CDU Görwihl, Norbert Lüttin, informierte zunächst über die verschiedenen Wahlen und das Wahlrecht für den bevorstehenden Wahlsonntag. Mit einer Power-Point-Präsentation erklärte er dann, was genau kumulieren und panaschieren bedeutet. Speziell für die Gemeinderats- und Kreistagswahl wurden verschiedene Beispiele aufgezeigt, wie man richtig wählt.

In der anschließenden Fragerunde konnten die Jugendlichen ihre Anliegen an die Gemeinderatskandidaten richten. Dabei wurde zunächst das Thema der Ärzteversorgung angesprochen. Karl-Heinz May zeigte auf, wie durch die Initiative des Ortsseniorenrates die Aktion "Görwihl sucht Doc" entstanden ist. Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, und es liegen bereits konkrete Ergebnisse vor. Ziel ist es, ein bis zwei Allgemeinmediziner als Nachfolger bestehender Praxen nach Görwihl zu bekommen. Neben dem Ortsseniorenrat sind auch die in Görwihl ansässigen Mediziner und einige Gemeinderäte beteiligt.

Weiterhin trat die Frage auf, wie sich die Hallengebühren in der Hotzenwaldhalle entwickeln. Die Jugendlichen wünschen sich ein günstiges Hallenangebot, um den Vereinen eine Einnahmequelle durch Musik- und Tanzveranstaltungen zu ermöglichen. Die Gemeinderäte erklärten, dass zum Jahresbeginn die fünfprozentige Umsatzbeteiligung bei der Hallengebühr abgeschafft wurde. Damit werden die Gebühren für Vereine bei solchen Veranstaltungen günstiger. Grundsätzlich sind auch Veranstaltungen mit kulturellem Hintergrund günstiger, und Vereine werden für ihre Jugendarbeit finanziell unterstützt.

Auch der öffentliche Nahverkehr war ein Thema. Die Jugendlichen wollte wissen, inwiefern die Gemeinde Einfluss darauf hat. Es ging hauptsächlich darum, dass abends und am Wochenende die Anbindung im ländlichen Raum sehr schlecht ist. Norbert Lüttin konnte sich vorstellen, einen Bürgerbus für Vereine und Jugendliche zu organisieren, der bei Veranstaltungen als Fahrdienst zur Verfügung steht. In einer anderen Gemeinde gebe es bereits ein ähnliches Modell, wobei die Vereine sich das Fahrzeug kostenfrei ausleihen können, sagte Lüttin. Die Finanzierung könnte über Werbung der Unternehmen erfolgen.

Ebenso wichtig war den Jungwählern das Angebot von Baugebieten und Gewerbeflächen. Auch in den Ortsteilen sollten von der Gemeinde Bauplätze angeboten werden, damit die nachwachsende Generation nicht wegziehen muss. Dazu gehören natürlich auch die Arbeitsplätze, die nur mit einem entsprechenden Angebot von Gewerbeflächen entstehen und erhalten werden können.

Insgesamt zeigte sich Benedict Mutter sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Er hofft, dass das Interesse auch nach der Wahl so bleibt und lud zu einem regelmäßigen Gedankenaustausch mit den Jugendlichen ein.

Die Junge Union Görwihl ist eine Untergliederung der CDU und agiert eigenständig. Jugendliche können sich melden bei den Vorsitzenden Simon Flum und Benedict Mutter, E-Mail: benedict.mutter@gmail.com