Kabarett ist systemrelevant

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Von epd

Do, 19. November 2020

Kultur

Deutscher Kleinkunstpreis geht an Florian Schroeder.

Der Deutsche Kleinkunstpreis 2021 geht neben anderen an den in Lörrach geborenen Kabarettisten, Autor und Moderator Florian Schroeder (41) in der Sparte Kabarett und an Sarah Bosetti in der Sparte Kleinkunst. Die Jury würdigte insbesondere Schroeders Auftritt als Redner bei einer "Querdenken"-Kundgebung im Sommer, zu der ihn die Veranstalter eingeladen hatten, weil sie seine Satire missverstanden hatten, teilte das Mainzer "Unterhaus"-Theater am Mittwoch mit. Schroeder habe gezeigt, dass Kabarett für die Gesellschaft "unverzichtbar und systemrelevant" ist. Mit Sarah Bosetti werde eine "moderne Heldin" geehrt, die dem Hass und der Erregungsgesellschaft mit klugem Witz und sprachlicher Kraft entgegentrete.

In der Sparte "Chanson, Musik, Lied" werden Max Kennel und Jonas Meyer ausgezeichnet, die als Zwei-Mann-Band "Lumpenpack" auftreten. Erstmals in der Geschichte des Preises wird eine zusätzliche Auszeichnung in der Sparte "Stand-up-Comedy" vergeben. Mit Michael Mittermeier werde der wichtigste Wegbereiter des Genres geehrt, der mit einem Pandemie-Soloprogramm bewiesen habe, dass man selbst im Lockdown den Humor nicht verlieren müsse. Der Förderpreis der Stadt Mainz geht an Elisa Hantsch, die als Singer-Songwriterin unter dem Künstlernamen "Miss Allie" auftritt, der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz an den Schweizer Kabarettisten und Schauspieler Emil Steinberger. Die Preisverleihung soll am 21. Februar in Mainz stattfinden und am 28. Februar im Abendprogramm von 3sat zu sehen sein. Der Deutsche Kleinkunstpreis gilt als bedeutendste Auszeichnung des Genres und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert.