So gut wie schon lange nicht mehr

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Do, 12. September 2019

Vogtsburg

Die Winzergenossenschaft Achkarren belegte beim Leistungstest der Fachzeitschrift Weinwirtschaft Platz eins in Baden.

KAISERSTUHL. Die bekannte Fachzeitschrift Weinwirtschaft veranstaltet jedes Jahr einen Leistungstest für deutsche Winzergenossenschaften. 2019 hat der Kaiserstuhl dabei so gut wie lange nicht abgeschnitten. Die ersten fünf Plätze im badischen Vergleich belegen die Winzergenossenschaften Achkarren, Bickensohl, Sasbach, Oberbergen und Burkheim. Außerdem landeten im Ranking "Top 25 Deutschland" die WG Achkarren auf dem zweiten, die Bickensohler Weinvogtei auf dem siebten und der Sasbacher Winzerkeller auf dem zehnten Platz.

Sechs Weine pro Betrieb
Insgesamt nahmen 62 deutsche Winzergenossenschaften an dem Wettbewerb teil, zwei mehr als im Vorjahr. Das entspricht rund zwei Drittel aller deutschen Genossenschaften mit eigener Kellerwirtschaft. Jeder Betrieb musste sechs Weine für den Vergleichstest einschicken, darunter sowohl Basis- als auch Premiumprodukte. Gefragt waren je ein weißer und ein roter Qualitätswein trocken bis 8 Euro Endverkaufspreis, zwei trockene Premiumweine, eine trockene oder halbtrockene regionale Spezialität sowie ein Wein bis maximal 50 Gramm Restzucker. In die Wertung kamen die fünf besten Tropfen.

Zuletzt standen 2015 drei badische Genossenschaften in den Top 10 Deutschlands. Diesen Erfolg wiederholten nun die WG Achkarren, die Bickensohler Weinvogtei und der Sasbacher Winzerkeller, wobei der zweite Platz der WG Achkarren in Gesamtdeutschland besonders hoch zu bewerten ist. Die Achkarrer profilierten sich vor allem mit ihren Burgundern, und dabei wiederum mit ihrer neuen Premiumlinie "Edition A". Dabei überzeugte nach Ansicht der Juroren nicht nur der Spätburgunder, sondern auch der Grauburgunder.

Für ihre "Edition A" hat die WG Achkarren klare Vorgaben erlassen: Steillage Achkarrer Schlossberg, nur Handarbeit, Selektion Massale, höchstens 40 Kilogramm Trauben je Ar, Lagerung des Weines in einem Limousin Eichenholzfass. Nach Angaben von Denis Kirstein, dem Geschäftsführer der WG Achkarren, ist es unter anderem das Ziel des Betriebes, den Kunden einen modernen Stil von Grau- und Spätburgunder zu präsentieren. Dabei spielt die Lage Achkarrer Schlossberg eine besondere Rolle. In den Weinen solle vor allem das Terroir schmeckbar sein.

Mit ihrem 2017er Achkarrer Schlossberg Edition A Grauburgunder hat das Unternehmen den besten Premium-Weißwein der gesamten Verkostung gestellt. Der Sasbacher Winzerkeller punktete vor allem mit seinen Basisweinen. Auch die Bickensohler Weinvogtei und die Burkheimer Winzer waren in diesem Bereich stark. Bei den Premium-Weißweinen belegte außerdem die WG Bischoffingen-Endingen mit dem 2017er Bischoffinger Steinbuck Reserve Grauburgunder den dritten Platz.

Spätburgunder dominieren
Insgesamt dominierten bei dem Wettbewerb die Spätburgunder mit 70 Weinen, gefolgt von 27 Grau- und jeweils 23 Weißburgundern und Chardonnays.

Denis Kirstein freut sich nicht nur über den Erfolg der WG Achkarren. Für ihn ist es eine sehr positive Nachricht, dass fünf Betriebe aus dem Kaiserstuhl in Baden vorne liegen und auch im deutschen Ranking gut abgeschnitten haben. "Weinmäßig gesehen ist Deutschland klein, Baden noch kleiner und der Kaiserstuhl noch einmal kleiner. Nur gemeinsam können wir den Kaiserstuhl voranbringen", ist er überzeugt.