Programmvorstellung

Kamasi Washington ist der Star des 37. ZMF in Freiburg

Peter Disch

Von Peter Disch

Di, 19. März 2019 um 18:36 Uhr

Rock & Pop

Deutsche Künstler, Rock und Pop in vielen Farben und mit Kamasi Washington ein echter Weltstar: Das Programm des Zelt-Musik-Festivals in Freiburg steht fest.

Eine Woche später als geplant haben die Organisatoren das Programm des 37. Freiburger Zelt-Musik-Festivals (ZMF) bekanntgegeben, das vom 17. Juli bis 4. August stattfindet. Der Grund: Noch vor acht Tagen klafften einige Lücken im ZMF-Kalender, bis auf eine konnten sie bis zur Pressekonferenz am Dienstag alle geschlossen werden. Und dann war da noch ein zaudernder Weltstar, der offenbar so viele verlockende Angebote hatte, dass er sich nicht entscheiden konnte, wann er im Sommer wo auftreten will.

Der Jazz
Alles nicht so einfach, wie auch ZMF-Geschäftsführer Marc Oßwald bestätigte, der in dieser besonderen Hängepartie selbst nach London flog, um den zaudernden Ausnahmekönner vom ZMF zu überzeugen. Scheint geholfen zu haben. Denn mittlerweile ist es amtlich: Kamasi Washington, gefeierter Tenorsaxofonist, kommt an den Mundenhof (24.7.). Er ist damit nicht nur das Glanzlicht der Jazz-Sparte, sondern der künstlerische Leuchtturm des gesamten ZMF. Dazu gesellt sich ein weiterer Gigant des Genres: Chick Corea (18.7.). Er präsentiert ein Flamenco-Programm, inklusive Tänzer, früheren Begleitern des verstorbenen Gitarristen Paco de Lucia und Mitgliedern seiner eigenen "Return To Forever"-Formation. Dass Corea wegen seines Engagements für Scientology nicht unumstritten ist, räumte Festivalgründer Alexander Heisler ein. Aber das ZMF habe seine Künstler noch nie nach ihrer Religion gefragt.

Die Deutschen
Stark vertreten sind deutschsprachige Musiker und Bands. Wobei sich das Feld in zwei Lager teilt: Pop und HipHop. Laing (22.7.), Lea (29.7.), Namika und Joris (4.8.) vertreten die erste Sparte. Max Herre (19.7.), Greeen (23.7.), Samy Deluxe & das DLX Ensemble (26.7.), Dendemann (28.7.), Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (30.7.) pflegen den Sprechgesang in allen Schattierungen. Dazu kommen zwei Rockbands – Niedeckens BAP (27.7.) und Feine Sahne Fischfilet (2.8.) –, Neofolk mit Bukahara aus Köln (28.7.) und einer, der mit seinen Liedern für sich steht: Gisbert zu Knyphausen (4.8.).

Die (Alt-)Internationalen
Loreena McKennitt und das John Butler Trio eröffnen das ZMF (17.7.). Aus der Schweiz kommen das Chanson-Pop-Duo Carrousel (19.7.) und die Metal-Gospel-Formation Zeal & Ardor (20.7.). Weiter im Angebot: Der Neo-Soul-Star Curtis Harding (21.7.), die Surfpop-Nostalgiker The Beach Boys (22.7.), Xavier Rudd mit seinem Mix aus Rock, Folk und Reggae (23.7.), die flämische Indie-Rock-Band Balthazar (30.7.), die Indierockband Foals (31.7.), Brass Against und ihre originellen Metal- und Crossover-Interpretationen (1.8.) und die neuseeländische Dub-Reggae-Funk-Formation The Black Seeds (2.8.). Dazu kommen zwei Doppelpacks mit deutscher Beteiligung: Metronomy und Roosevelt (20.7.) und Sophie Hunger und Mine (1.8.).

Der Soundtrack zum Feiern
Musik zum Tanzen gibt es beim ZMF in den zwei Ausprägungen Club und Partymucke. Das einflussreiche deutsche Deep-House-Kollektiv Jazzanova spielt live, danach legen Jürgen Knobloch und Rainer Trüby auf (27.7.). Dazu kommen vier weitere Clubnächte (19. und 20.7., 2. und 3.8.). Die Rock- und Popbands Moop Mama und Djanjo 3000 (25.7.), Flecha Negra (26.7.) und Hiss (29.7.) mischen unterschiedlichste Stile wie Brass, HipHop, Folk, Polka und Südamerikanisches zum Soundtrack für Feierfreudige.

Die Einheimischen
Die Freiburger Brothers, die auf dem ZMF ihren 40. als Band begehen, bitten bei ihrer Jubiläumsfeier eine Menge Gäste auf die Bühne. Tokunbo, Oli Meier und Sascha Bendiks haben bereits zugesagt (31.7.). Ebenfalls aus Freiburg stammt die Funk- und Soulband Fatcat (3.8.).

Kabarett, Kinder und Co.
Das ZMF ist nicht nur Musik. Für Kabarett und Kleinkunst stehen Dieter Baumann (18.7.) und Gardi Hutter (25.7.). An Kinder und ihre Erziehungsberechtigten richten sich Die Traumausstatter (18.7.), das Firlefanz Theater (20.7.), das Theater Budenzauber (25.7.), Kapitän Flunker (27.7.), Klassik für Kinder (1.8.) und das Theater Lanzelot (3.8.).

Die Gala, die Preise und die Klassik
Die Philharmonische Gala steht unter dem Motto "La Fiesta" (21.7.). Neben den bewährten Kräften vergangener Jahre treten dabei die beiden Preisträger Helge Schneider und der Klassik-Pianist Robert Neumann auf. Der 18-jährige Schüler von Elza Kolodin spielt außerdem bei zwei Klassikmatineen. Am 21.7. gibt es ein Crossoverprogramm mit Helge Schneider und anderen. Am 28.7. widmet sich Neumann Chopin-Walzern. Bei der vierten Matinee (4.8.) präsentiert sich ein Trio um den Pianisten Igor Andreev mit Brahms.