Sanierung und Umgestaltung

Karl-Friedrich-Straße in Rust soll enger und damit sicherer werden

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Sa, 13. Juli 2019 um 10:46 Uhr

Rust

Rund 50 Bürger informierten sich am Donnerstag in Rust über die Umgestaltung der L 104 zwischen Ortseingang Nord und Rathaus. Dabei wurde deutlich: Es gibt viel Frust über die aktuelle Situation.

Die Sanierung und Umgestaltung der Landstraße 104, beginnend in der Karl-Friedrich-Straße vom nördlichen Ortseingang bis zum Rathaus, und weiter durch die Fischerstraße bis zur Einmündung Mühlgärten, ist ein Mammutprojekt. Die Kosten werden vom Land und zum Teil auch von der Gemeinde Rust getragen. Ein erster Plan zur Umgestaltung des gesamten Straßenraumes wurde von Enrico Strauch vom Büro Zink aus Lauf und Bürgermeister Kai-Achim Klare in einer Bürgerinfo im Bürgersaal vorgestellt. Rund 50 Bürger im Bürgersaal nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und eigene Vorschläge einzubringen – und sie luden auch ihren Frust über die derzeitige Verkehrssituation ab.

Neue Fußgängerüberwege geplant

Mit aktuellen Bildern wurde zunächst die Situation im gesamten Straßenverlauf vor Augen geführt. Dabei wurde deutlich, dass der Straßenraum an vielen Stellen wenig Möglichkeiten zur Erweiterung bietet. Dennoch soll die Straße an etlichen Stellen zugunsten von breiteren, zum Teil nur noch einseitig geführten Gehwegen schmäler gemacht werden, um mehr Sicherheit für Fußgänger herzustellen. Im Bereich der Mühlenstraße und der Zollhausstraße sollen neue Fußgängerüberwege die Straßenüberquerung erleichtern. Im Bereich der Zollhausstraße sei ein Fußgängerüberweg besonders wichtig, weil Kinder und Touristen aus den östlichen Wohngebieten die Karl-Friedrich-Straße überqueren müssen.

Die Gehwege und die Grundstückseinfahrten sollen überwiegend tiefergelegt werden, um die Zufahrten zu verbessern. Der Regelquerschnitt der Fahrbahn wird sechs Meter betragen, im Bereich der Ludwigstraße nur 5,90 Meter. Der westliche Gehweg wird in diesem Bereich auf 1,50 Meter erweitert. Die Bushaltestellen werden barrierefrei gestaltet. Auf Wunsch einiger Bürger sollten diese näher zu den Zebrastreifen verlegt werden. Parken wird nur noch auf ausgewiesenen Parkflächen möglich sein, das wilde Parken soll unterbunden werden. Dem Wunsch nach noch mehr Einschränkungen für den fließenden Verkehr sah Strauch dadurch entsprochen, dass der Verkehrsfluss unterbunden werde.

Auch ein Lkw-Fahrverbot wurde vorgeschlagen

In der Diskussion wurde von einigen Bürgern durchgehend Tempo 30 für die viel befahrene Ost-West-Achse in Rust gefordert. Die Straße sei derzeit eine Autobahn, meinte ein Bürger. "Die Straße gehört eigentlich nicht uns", machte Bürgermeister Kai-Achim Klare deutlich. Bei allen Punkten seien der Baulastträger und die Straßenverkehrsbehörde – das Regierungspräsidium – mit im Boot. Und da müsse man kämpfen. Eine dauerhafte Lösung, um das hohe Verkehrsaufkommen zu mildern, biete letztlich nur eine Umfahrung, so Klare.

Ein Lkw-Fahrverbot wie in Kippenheim wurde ebenfalls eingebracht. Zu etlichen weiteren Vorschlägen der Bürger wurde auch deutlich, dass oft technische und rechtliche Hindernisse den Ideen entgegenstünden. Als einen Erfolg wertete Klare, dass nach dem Ausbau insgesamt acht Überquerungshilfen zu mehr Sicherheit beitragen würden.

Der Ausbau der L 104 wird in mehreren Abschnitten erfolgen. Nach Planer Enrico Strauch wird es während der Bauphasen ohne zeitweilige Vollsperrung nicht gehen. Im Zuge der Sanierung wird die Abwasser- und Nutzwasserstruktur erneuert. Ebenfalls überprüft werden Hausanschlüsse. Die weitere Zeitschiene sieht vor, dass ein zweiter Planentwurf mit den eingebrachten Ideen der Bürger erstellt und in den Gemeinderat eingebracht wird. Eine weitere Bürgerinfobeteiligung werde folgen, sicherte der Bürgermeister zu.