Dreisamtal

Brugga und Seitenbäche wegen Krebspest gesperrt

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 28. Juni 2019 um 15:01 Uhr

Kirchzarten

Menschen und Tiere müssen sich von der Brugga und ihren Seitengewässern fernhalten. Das hat das Regierungspräsidium verfügt, um die weitere Ausbreitung der Krebspest zu stoppen.

Die im Frühling ausgebrochene Krebspest in Seitengewässern der Brugga im Dreisamtal droht sich weiter auszubreiten. Das Regierungspräsidium Freiburg hat deshalb ein sofortiges Betretungsverbot für alle Gewässer, Zuläufe und Gräben im Bereich der Brugga und ihrer Seitenbäche erlassen. So soll die weitere Verschleppung des für die einheimischen Krebsarten tödlichen Erregers unterbunden werden.

Der Dohlenkrebs ist vom Aussterben bedroht

Akut bedroht ist besonders der Dohlenkrebs, von dem es nur noch wenige kleine Verbreitungsgebiete gibt, darunter im Dreisamtal. Im März waren in einem Wassergraben zwischen Kappel und Kirchzarten tote Krebse entdeckt worden. Träger des pilzähnlichen Erregers sind aus Nordamerika stammende Krebsarten, die selbst daran nicht erkranken. Vermutlich haben Menschen, die zuvor mit von solchen Krebsen bevölkerten Gewässern Kontakt hatten, den Erreger ins Dreisamtal eingeschleppt. Schon Anfang April hatte deshalb des Regierungspräsidium (RP) appelliert, die Gewässer zu meiden. Der Erreger kann auch über Schuhe, Kleidung, das Fell von Tieren verschleppt werden. Die Behörde fordert daher dringend dazu auf, trotz der sommerlichen Hitze der Brugga und allen Seitengewässern fernzubleiben, auch Hunde und andere Tiere dürfen nicht an das Wasser geführt werden.

Es ist nun aber nicht gelungen, die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Wie das RP jetzt mitteilte, ist sie auch in den Oberlauf der Brugga vorgedrungen, und das in rasanter Weise. Sie könnte von dort weitere Seitengräben erreichen, in denen der Dohlenkrebs noch vorkommt. Die Krankheit hat die Eigenart, dass davon befallene Krebse besonders bewegungsaktiv werden, bachaufwärts wandern und damit die Erreger weiter verbreiten, bevor sie selbst sterben. Jetzt soll in der Brugga auf Höhe des Engenspielplatzes quer durch das Gewässer ein breites Blech am Gewässergrund angebracht werden. Auf seiner glatten Oberfläche sollen die bachaufwärts kriechenden Krebse keinen Halt finden und abrutschen, so dass sie nicht über das Blech hinaus weiter in den Oberlauf vordringen können. An der Kander und anderen Gewässern wurden solche Schutzmaßnahmen schon erprobt.

Tote Tiere in trocken gelegten Gräben

Das RP hat weiter angeordnet, Wassergräben, die von der Brugga in andere Gewässer überleiten, wie beispielsweise der Mühlbach, trockenzulegen. Das sei unabdingbar, damit die kranken Tiere nicht in weitere angrenzende Gewässer aufsteigen. Bürger berichteten der BZ, in den trockengefallenen Gräben seien Tiere verendet, darunter auch Krebse, Fische sowie Aale. Markus Adler, Pressesprecher RP, erklärte, dies ei bedauerlich, aber man müsse dies in Kauf nehmen da es sich um eine Notmaßnahme handle, um zu versuchen, die Krebspest zu stoppen.