Kläranlage und Hangrutsch belasten die Gemeinde

Rolf-Dieter Kanmacher

Von Rolf-Dieter Kanmacher

Do, 29. April 2021

Malsburg-Marzell

Unvorhergesehene Arbeiten wirbeln Haushaltsplan durcheinander.

(kn). Unerwartete Mehrkosten belasten in Malsburg-Marzell den Haushalt. Dabei sind die Mehrkosten für den Austausch der defekten Rechenanlage im Klärwerk Malsburg eher geringer. Ein großes Loch reißt allerdings die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Wiederherstellung des Bachufers nach dem Erdrutsch in die Gemeindekasse.

Wie Klärwärter Dirk Zückert in der öffentlichen Sitzung ausführte, ist der Stromverbrauch der Kläranlage aufgrund des geringen Wirkungsgrades der Anlage sehr hoch. Er sprach davon, dass der Ausfall der gesamten Anlage drohe. "Das Klärwerk ist der größte "Stromfresser" in der Gemeinde", sagte Zückert. Durch die empfohlene Reparatur würden Feststoffe künftig besser ausgefiltert, die Maßnahme rechne sich auf Dauer. Insgesamt geht man hier von Gesamtkosten von knapp 6500 Euro aus.

5000 Euro wurden im Haushalt für den Austausch von PH-Sonden eingestellt, was verschoben werden. Der Gemeinderat beschloss , den Auftrag für den Austausch der Siebschnecke einschließlich Rechen an die Firma Huber Technology zu erteilen.

Wesentlich kostspieliger für die Gemeinde werden voraussichtlich dringend erforderliche Maßnahmen zur Wiederherstellung des Bachufers der Kander und der Sicherung des Bürgersteigs entlang der Talstraße (Kreisstraße) in Malsburg kommen. Zur Sicherung des Gehwegs müsste eine Natursteinmauer aufgeschichtet werden. Nach Berechnungen der Firma Kern wären Arbeiten auf einer Länge von etwa 15 Metern erforderlich, die Kosten beliefen sich auf rund 30 000 Euro. Mit dem Hinweis "Die Firma weiß, was zu tun ist", lehnte André Hintenaus die vorgeschlagene Hinzuziehung weiterer Fachbüros oder Behörden ab und erhielt damit Unterstützung weiterer Ratsmitglieder. Mit der Wasserschutzbehörde wurden von der Gemeinde bereits die notwendigen Abklärungen getroffen, ein Baubeginn bereits im Juni 2021 wäre möglich.

Da, wie Bürgermeister Singer erläuterte, die Sicherung des Gehwegs und des Bachufers zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde zählen und nicht aufgeschoben werden können, stimmte der Gemeinderat einer beschränkten Ausschreibung unter Einbeziehung regionaler Firmen für die Maßnahme zu.