Klärbecken für die Straßenabwässer

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Sa, 11. Juli 2020

Winden im Elztal

Bauarbeiten für die B-294-Ortsumfahrung kommen voran / Tunnelvortrieb über der Hälfte.

. An den Baustellen für die Ortsumfahrung Winden geht es weiter voran. Am westlichen Ortsende von Niederwinden, für den vorbei rollenden Verkehr nicht zu übersehen, wird gebaggert und betoniert. Unweit der künftigen Abfahrt West entsteht das zweite Regenklärbecken – das letzte Bauobjekt, das vor Eröffnung der Umfahrung noch fertiggestellt werden muss. Verena Heitzler, die Bauleiterin des Regierungspräsidiums für Niederwinden, und Kevin Kaltenbach, der die Bauaufsicht hat, machten bei einem Ortstermin einige Angaben zum Bau. Die Außenwände des Klärbeckens stehen und ragen noch deutlich aus dem Untergrund heraus. Das wird aber nicht so bleiben. Das 5,25 Meter hohe Bauwerk, 19 Meter lang und sechs Meter breit, wird am Ende mit seiner Oberkante nahezu auf Straßenniveau liegen. Die dafür nötige Absenkung erfolgt durch einbetonierte Schienen am Fundament. Ein Bagger entnimmt derzeit das gesamte Erdreich mit dem nachlaufenden Grundwasser aus dem Innenraum, womit erreicht wird, dass der Koloss durch sein Eigengewicht abgleiten kann. "Gerade mal die ersten 40 Zentimeter sind geschafft", schätzte Kaltenbach den jetzigen Stand ein. Wie schnell es geht, hänge auch von den Bodenverhältnissen ab.

Sobald die geplante Tiefenlage erreicht ist, werden dann noch die Bodenplatten, ein Übergabeschacht und die Tauchwände eingebracht. Im Klärbecken wird künftig das verschmutzte Oberflächenwasser der Umfahrung gesammelt und einem Absetzprozess unterzogen. Nach dieser mechanischen Reinigung wird es in einen Vorfluter abgeleitet. Wobei auch sichergestellt sein wird, dass keinerlei Ölrückstände mehr enthalten sind, sagte Heitzler.

Zur Umfahrungsstrecke teilte sie mit, dass die wesentlichen Arbeiten dort abgeschlossen seien. Die Leitplanken sind angebracht. Was noch fehlt, sind die Geländer an der 100 Meter langen Gabionenwand, die Beschilderung und die Markierungen. Bauleiter Daniel Haberstroh, der ebenfalls auf der Baustelle vorbeikam, ist zuversichtlich, dass es bei der Terminplanung bleibt und "man die Umfahrung Niederwinden Mitte September wohl aufmachen" könne.

Zum Baufortgang in Oberwinden machte er ebenfalls Angaben. Im bergmännischen Tunnel ist man mit dem Vortrieb inzwischen bei 460 Meter angelangt, das heißt mehr als die Hälfte des 760 Meter langen Stollens ist geschafft. Schon gearbeitet wird auch am ersten, kürzeren Rettungsstollen; etwa 30 seiner knapp 100 Meter seien entnommen. Im September möchte man den Durchbruch an der jetzigen B 294 erreichen.

Langsam in die Tiefe geht es jetzt auch im Bereich des künftigen Vortunnels. Der Aushub für den Trog hat begonnen. Zuerst wird der tiefere von zwei Bauabschnitten an der Durchschlagswand angegangen. Dort wird die Baugrube bis zu zehn Meter tief werden. Zu ihrer Absicherung werden noch die letzten Bohrpfahlwände eingebracht. Bis auf etwa drei Meter wurde im Bereich der ehemaligen Waldhornkurve schon aufgegraben. Dadurch konnte vor zwei Wochen bereits die Behelfsbrücke installiert werden, die künftig über die Baustelle hinwegführen und Oberwinden mit Neudorf und Spitzenbach verbinden wird. Die Brücke ist für Pkw zweispurig und für Lkw einspurig befahrbar.