Wolfgang Rihms Orgel-Œuvre

REGIO-CD: Diamanten aus Karlsruhe

J. A.

Von J. A.

Do, 02. Januar 2020

Klassik

Wer hätte je gedacht, dass die Anfänge Wolfgang Rihms so stark mit der Orgel verknüpft sind? Die zur künstlerischen Selbstfindung des 1952 geborenen großen Karlsruher Komponisten entscheidend beitrug. Der frühere Freiburger und heutige Leipziger Orgelprofessor Martin Schmeding hat diesen unentdeckten Schatz komplett gehoben und präsentiert ihn überaus souverän an der bestens geeigneten Klais-Orgel in der Karlsruher Kirche St. Stephan. Von der Miniatur bis zum respektheischenden Opus erlebt man (Roh-)Diamanten. Vor allem frühe Werke der Jahre 1966 bis 1974. Anklänge an Brahms ("Herzliebster Jesu") und Reger finden sich. Rihm-Charakteristika sind bereits erkennbar: das Farbige und Ruhige neben dem Eruptiven, primär aber die Lust am Spiel. Viele Erstaufnahmen. Von der Tonalität bis zum Cluster. Rihm nähert sich der Orgel improvisatorisch, was historische Klangdokumente belegen. Emotionale Musik, die kaum jemand kannte. Ergänzt durch Gespräche, die Mirjam Wiesemann mit dem Komponisten und seinem Interpreten geführt hat.

Wolfgang Rihm und die Orgel: Martin Schmeding (Orgel). Vier SACDs (Cybele Records).