Kölner Kardinal weiter in Kritik

kna

Von kna

Do, 07. Januar 2021

Deutschland

Journalisten sollen schweigen.

(epd/KNA). Die Journalistengewerkschaft DJV in Nordrhein-Westfalen kritisiert das Erzbistum Köln für seinen Umgang mit Medienvertretern im Zusammenhang mit einem Gutachten zu sexuellem Missbrauch. Anlass ist eine Einladung zu einem Hintergrundgespräch, bei dem ausgewählte Journalisten Einblick erhalten sollten in ein bislang unveröffentlichtes juristisches Gutachten der Münchener Kanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl zum Umgang der Bistumsleitung mit sexuellem Missbrauch durch Priester. Allerdings sollten die Medienvertreter zuvor eine umfassende Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Es sei nicht hinnehmbar, kritisierte der DJV-Landesvorsitzende Frank Stach, "wenn Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnet werden sollen, die berechtigte Berichterstattung unmöglich machen". Ohnehin seien in dem Gutachten die Namen geschwärzt. "Es ist in Ordnung, wenn man darum bittet, dass aus Gründen des Opferschutzes bestimmte Tatsachen möglichst geheim gehalten werden sollen."

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte im November entschieden, das Münchener Gutachten nicht zu veröffentlichen, weil es methodische Mängel aufweise. Ein zweites Gutachten ist ein Arbeit. Woelki hatte am Mittwoch die Bitte des Hörfunksenders WDR 5 abgelehnt, dass ein anderer Geistlicher in dem live übertragenen Gottesdienst im Kölner Dom predigt.