Biathlon-WM ohne Rees

KOMMENTAR: Treffsicherster darf nicht mit

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Do, 30. Januar 2020

Biathlon

Benedikt Doll (SZ Breitnau) weiß, wie es sich anfühlt, wenn man im zweitklassigen IBU-Cup sehr gute Leistungen bringt und einen internationalen Höhepunkt mangels Qualifikation verpasst. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 erlebte er als TV-Zuschauer. Mittlerweile ist Doll der beste deutsche Biathlet. Roman Rees hat in diesem Winter im IBU-Cup mit drei Podestplätzen ebenfalls überzeugt. Der 26-Jährige vom SV Schauinsland fehlt dennoch im Aufgebot des Deutschen Ski-Verbands (DSV) für die Weltmeisterschaft vom 13. bis 23. Februar in Antholz (Italien). Biathlon-Cheftrainer Mark Kirchner, der das Training am Stützpunkt in Oberhof leitet, und seine Trainerkollegen haben sich für Erik Lesser entschieden, der am Stützpunkt in Oberhof trainiert – und gegen Rees, der die meiste Zeit im Schwarzwald seine Einheiten absolviert. Wer darin einen Zusammenhang sieht, liegt falsch. Natürlich. Lesser hat im letzten Rennen vor der WM, dem Massenstartrennen von Pokljuka (Slowenien), mit Rang 14 die halbe WM-Quali erfüllt. Rees hat lediglich zwei 19. Plätze im Weltcup zu bieten. Allerdings wurde er in der Champions League der Biathleten auch nur zweimal eingesetzt. Lesser hatte dreimal so viele Weltcupeinsätze und Qualifikationschancen in diesem Winter. Überdies ist Rees mit 88 Prozent Trefferquote der treffsicherste deutsche Biathlet. Man kann ihm nur vorwerfen, dass er im Winter zu viele Wettkämpfe braucht, um in Form zu kommen. Rees ist 26. Er kann aufstehen und zurückkommen. Benedikt Doll hat es vorgemacht.