Konzerte auch im Kleinen

Alexander Huber

Von Alexander Huber

So, 19. September 2021

Müllheim

In knapp einer Woche beginnt der Markgräfler Musikherbst mit Beethoven und Dvorak.

Der Markgräfler Musikherbst wird am 24. September mit einem Konzert in der Müllheimer Martinskirche eröffnet. Damit geht die hochkarätige Reihe nach einem Jahr Zwangspause wegen Corona wieder weiter. Bei den insgesamt sechs kammermusikalischen Konzerten von Grenzach-Wyhlen im Süden bis Staufen im Norden stehen Klavier und Streicher im Vordergrund, doch es gibt auch einen Leckerbissen für Blasmusikfreunde.

Werke aus Klassik und Romantik, die einen besonderen Hörgenuss bieten, renommierte Musiker mit großer kammermusikalischer Erfahrung und nicht zuletzt attraktive Spielorte mit Atmosphäre – das sind, vereinfacht gesagt, die bewährten Zutaten, die den Markgräfler Musikherbst seit mehr als 20 Jahren ausmachen. Für die Reihe verantwortlich zeichnet der Freiburger Pianist Guido Heinke, der auch selbst immer wieder bei einzelnen Konzerten mitmusiziert.

Wie so viele andere Kulturschaffende ist auch Heinke froh, dass der Konzertbetrieb wieder Fahrt aufnehmen kann. Für die diesjährige Auflage des Musikherbstes kam Heinke zugute, dass er das eigentlich für 2020 geplante Programm quasi eins zu eins in dieses Jahr transferieren konnte.

Neben kammermusikalischer Originalliteratur sind auch Werke zu hören, die in einer Bearbeitung auf kleinere Besetzungen ausgerichtet wurden. In dieser Reihe sind es zum Beispiel das Klavierkonzert G-Dur, op. 58, von Beethoven beim Konzert in Müllheim, oder Mozarts Klavierkonzert A-Dur, KV 414, und Chopins Klavierkonzert f-Moll, op. 21, beim Konzert im Staufener Stubenhaus. Heinke findet diese kleinen Besetzungen überaus reizvoll, weil sie eine besondere Intimität vermitteln. Und sie waren auch früher bereits üblich, denn die Musik erklang nicht nur in Konzertsälen, sondern auch in kleineren Räumen, wie beispielsweise Salons, in denen größere Ensembles keinen Platz gefunden hätten.

Eine besondere kammermusikalische Perle in der diesjährigen Reihe wird Schuberts Streichquintett C-Dur D 956 sein. Ein Spätwerk des Romantikers, um das sich viele Geheimnisse ranken, das auch für viele Profimusiker zu den Favoriten gehört. Guido Heinke findet es so außergewöhnlich, dass er den Musikfreunden in der Region gleich zwei Möglichkeiten bietet, es hören zu können – und zwar sowohl bei dem Konzert in Alt-Weil als auch in Grenzach.

Ganz der Klaviermusik gewidmet ist der Abend im Bad Krozinger Schloss, wo auch die passenden historischen Instrumente parat stehen. Für den Auftakt mit Mozart kommen gleich vier Hände zum Einsatz, danach folgt die Sonate Es-Dur op. 7 von Beethoven und Schuberts Sonate A-Dur op. 120.

Eine Besonderheit ist das Konzert in Sulzburg. Nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre und Akustik der alten Klosterkirche St. Cyriak, sondern auch wegen der Besetzung: Ein reines Hornensemble mit vier Top-Solisten aus namhaften Orchestern, German Hornsound, bestreitet den Abend. Leitmotiv für diesen Abend ist die vor 200 Jahren uraufgeführte Weber-Oper "Der Freischütz", die für die deutsche Romantik und speziell auch für Entwicklung der Hornmusik ein Meilenstein war. An diesem "Jubiläum" entlang hangelt sich der Abend mit Original-Stücken und Bearbeitungen für Horn von Haydn bis Wagner.