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Kritik an ARD-Berichterstattung zu Brand von Notre-Dame

epd/kh

Von epd & Karl Heidegger

Di, 16. April 2019 um 06:35 Uhr

Computer & Medien

Ein Wahrzeichen Frankreichs brennt – und die ARD setzt seelenruhig auf andere Themen: Die Gewichtung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland hat Irritationen ausgelöst.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über den Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame als unzureichend kritisiert. "Russia Today und Al Jazeera berichten, rechte Hetzer verbreiten erste Verschwörungstheorien und der öffentlich-rechtlich Rundfunk schläft", schrieb Laschet am Montagabend auf Twitter. Millionen Menschen fieberten mit einem der bedeutendsten kulturellen Orte in Europa, und man müsse den US-Fernsehsender CNN einschalten, um die Geschehnisse zu verfolgen, während die ARD Tierfilme zeige.

Auch Deppendorf vermisst einen "Brennpunkt"

Der frühere Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, schrieb auf Twitter, Notre-Dame sei neben dem Eiffelturm das Symbol Frankreichs. Dass es dazu keinen ARD-"Brennpunkt" gegeben habe, sei "schwer nachzuvollziehen".

Kritik kam auch von Sonia Seymour Mikich, frühere Fernseh-Chefredakteurin beim WDR. "Warum muss ich so lange bei CNN oder BBC einschalten?", fragte sie auf Twitter. "Tagesschau24 ist doch genau dafür geeignet?"

Notre Dame war nicht die Spitzenmeldung der 20-Uhr-Tagesschau

Die ARD reagierte ebenfalls auf Twitter auf die Kritik und verwies auf Berichterstattungen in Tagesschau und Tagesthemen. Allerdings hatte die 20-Uhr-Tagesschau, das Flagschiff der deutschen TV-Nachrichten, die Katastrophe im Nachbarland erst an dritter Stelle thematisiert – obwohl das Ausmaß des Feuers zu diesem Zeitpunkt bereits abzusehen war. Der Brand hatte am Montagabend Teile der weltberühmten Kathedrale im Herzen von Paris zerstört. Der Brand löste weltweit Bestürzung aus.