Pandemie

Kritik nach Bildern vom Kölner Karneval bei höchster Inzidenz

dpa

Von dpa

Fr, 12. November 2021 um 21:03 Uhr

Panorama

Dicht gedrängte Party trotz hoher Inzidenz: Nach unter Corona-Gesichtspunkten haarsträubenden Bildern vom Karnevalsauftakt in Köln wird Kritik laut. Sind die Regeln eingehalten worden? Reichen sie aus?

Nach den Karnevalsfeiern in Köln zum 11.11. ist eine Debatte über das damit verbundene Infektionsrisiko entbrannt. Insbesondere Bilder und Videos des dicht bevölkerten Hotspots Zülpicher Straße haben in den sozialen Netzwerken zu kritischen Kommentaren geführt.



Es sei unverantwortlich, trotz der hohen Corona-Inzidenzen derart eng beieinander zu feiern, lautet der Vorwurf. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte dem Sender RTL, die Bilder vom Karneval hätten ihn "gegraust".

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) verteidigte die Feiern dagegen mit dem Hinweis, dass nur Geimpfte und Genesene zugelassen worden seien. Auch NRW-Gesundheitsminister Karl Laumann (CDU) stellte am Freitag klar: "Wir wollen den Karneval nicht verbieten." Der Unterschied zum Vorjahr sei, dass 85 Prozent der Menschen über 18 Jahre geimpft seien.

Rund 50.000 Menschen feierten in der Innenstadt

Die Stadt Köln gab an, dass über den ganzen Donnerstag in den abgesperrten Zonen der Altstadt und der Feiermeile Zülpicher Straße schätzungsweise 50.000 Menschen zusammengekommen seien. "Das ist ein Rheinenergiestadion", erläuterte ein Sprecher der Stadt mit Blick auf die Kapazität des Kölner Fußballstadions: "Im Rheinenergiestadion ist 2G, und wir hatten auch 2G."



Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn zog eine positive Bilanz. "Für die Kölner gehört der Karneval fest zum Leben und das Bedürfnis danach war groß", sagte er. Der Kölner Gastronom Tobias Mintert kritisierte dagegen auf Facebook, die Stadt habe kein klares Konzept gehabt. Man hätte in Köln die Testkapazitäten noch einmal hochfahren sollen. "Am 10.11. und 11.11. Tests für Alle anbieten", schlug Mintert vor.