Kröten behilflich sein

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 27. Januar 2020

Waldkirch

BUND Ortsgruppe Waldkirch freut sich über Helfer für die anstehende Amphibienwanderung.

WALDKIRCH. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Ortsgruppe Waldkirch, bereitet sich auf die nächste Amphibienwanderung vor und sucht schon jetzt für März und April Helfer, um diese rechtzeitig für die Aktionen am Kastelwald/BDH-Klinik und am Seerosenteich an der Kandelstraße einzuteilen. Zur Einstimmung erzählt einer der Vorjahreshelfer, Frank Häberle, was die Helfer erwartet.

Anrührende Laute kommen aus dem Eimer, in dem sich mittlerweile schon so viele Kröten befinden, dass es wahrlich drunter und drüber geht. Es hört sich an wie eine Mischung aus Vogelpiepsen und den Lauten von Nagetieren, nur manchmal noch etwas tiefer, mit mehr Kehle. Höchste Zeit, den Eimer zu leeren und die Tiere in der Nähe des Seerosenteichs im Gras auszusetzen.

Einmal in der Woche bin ich im Einsatz: Kurz vor der Dämmerung mache ich mich auf den Weg zum Seerosenteich an der Kandelstraße (auch am Krankenhaus sind wir tätig). Am See angekommen, rüste ich mich aus: Eimer für die Kröten, Warnweste zur Sicherheit, Stirn- und Taschenlampe, Schreibzeug für die Statistik, ein Schäufelchen, um tote Tiere von der Fahrbahn zu entfernen – leider. Meist sind die beiden anderen Helfer(-innen) auch schon da und man hält noch ein nettes Schwätzle, bevor man ausschwärmt. Hinauf die Kandelstraße oder unten am See entlang Richtung Tennishalle. Organisiert werden die Helfer vom BUND Ortsverein Waldkirch, unter Leitung von Thomas Kirchübel und Peter Brenner.

Die Nacht zieht herauf. Los geht’s! Der Blick verengt sich auf den Lichtkegel der Stirnlampe, die Augen suchen den Asphalt und den Straßengraben konzentriert und gespannt nach Tieren ab. Da! Die erste Kröte des Abends löst immer eine besondere Freude aus – wie ein Nugget für den Goldgräber. Es ist ein Männchen, das da am Straßenrand auf dem Hinterteil sitzt, den Brustkorb auf die gestreckten Vorderbeine gestützt, den Kopf aufmerksam in die Höhe gestreckt. "Vielleicht kommt ja ein großes Weibchen vorbei und trägt mich huckepack zum See?", denkt es sich vielleicht. Diese Tandems findet man immer wieder. Hier ist das Warten aber zu gefährlich. Ich setze die Kröte in meinen Eimer, spreche ein paar beruhigende Worte, wohl wissend, dass ich kein Verständnis erwarten darf ...

Es geht darum, den Tieren bei der Wanderung zum See hin und vom See weg zu helfen, sie in erster Linie vor den Autos zu schützen. Einmal im Jahr brauchen sie zur Fortpflanzung und Laichablage ein stehendes Gewässer. Dorthin müssen sie die befahrene Straße überqueren. Die Helfer tragen sie über die Straße und führen gleichzeitig Statistik: Kröten, Frösche, Salamander, tote Tiere und Autos.

Tier um Tier kommt hinzu, und alle halten erstaunlich still im Eimer. Auch ist eine Kröte nicht schleimig auf der Haut, sondern nur feucht und kühl, und vor Bissen oder Krallen muss man sich auch nicht fürchten. Nur wenn der Eimer zu voll wird, kommt Unruhe auf. In milden und feuchten Nächten sammeln die Helfer oft mehrere hundert Tiere. Da hat man natürlich alle Hände voll zu tun. Obwohl die Helfer da sind und Warnschilder aufgestellt sind, kommt es dann auch zu vielen überfahrenen Tieren, die nicht immer gleich tot sind. Das geht den Helfern nah.

Info: Interessierte, die mitmachen möchten, wenden sich an die BUND-Ortsgruppe Waldkirch. Die Hauptaktivitäten der Tiere liegen zwischen Mitte März und Mitte April. Nähere Informationen und Anmeldungen bei Thomas Kirchübel, Tel. 07681/209-2008, Email tkirchuebel@yahoo.de, oder Peter Brenner, Tel. 07681/978908, Email pejotbe@web.de).