"Dem Deutschen geht es gut"

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Sa, 11. September 2010

Kultur

BZ-INTERVIEW mit dem Sprachforscher Ludwig Eichinger über die Dominanz des Englischen und neue Kommunikationsformen.

Heute schon gechattet, das Hotelzimmer upgegradet und die Fahrkarte beim Servicepoint der Deutschen Bahn gecheckt? Der Tag der deutschen Sprache, der heute zum zehnten Mal begangen wird, gibt Anlass, über deren Zustand im einstigen Land der Dichter und Denker nachzudenken. Bettina Schulte sprach mit dem Leiter des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache Ludwig Eichinger.

BZ: Herr Eichinger, wozu brauchen wir einen Tag der deutschen Sprache?
Eichinger: Es tut manchmal gut, sich klar zu machen, dass wir uns um unsere Sprache kümmern sollen. Es gibt ja einen Europäischen Tag der Sprachen, aber man kann auch mal an die eigene Sprache denken.

BZ: Die Initiatoren vom Verein Deutsche Sprache haben eine klare sprachpflegerische Botschaft: Sie wollen die Anglizismen zurückdrängen. Es wird der "Sprachpanscher des Jahres" geächtet. Kann man die Sprache auf diese Weise beeinflussen?
Eichinger: So einfach ist es nicht. Natürlich kann man den manchmal überzogenen Gebrauch von Anglizismen kritisieren. Aber man wird den Tatbestand, dass das Deutsche sich in Kontakt mit dem Englischen weiterentwickelt, nicht leugnen und nicht verhindern können.

BZ: Halten Sie die Befürchtungen, dass die Globalisierungssprache Englisch einen immer stärkeren Einfluss auf das Deutsche nimmt, für berechtigt?
Eichinger: Das Deutsche kommt damit ganz gut zurecht. Wenn man sieht, was für Anglizismen vor zehn Jahren in Gebrauch waren und welche heute, stellt ...

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