Nachruf

Den Marmor schinden – zum Tod von Alfred Hrdlicka

Volker Bauermeister

Von Volker Bauermeister

Mo, 07. Dezember 2009 um 00:03 Uhr

Kultur

Er war ein besessener Menschenbildner. Ästhetik war ihm ein Gräuel. 81-jährig ist der Bildhauer und Grafiker Alfred Hrdlicka in seiner Heimatstadt Wien gestorben.

Sie besuchten sich, Henry Moore und Alfred Hrdlicka. Der Wiener kam nach England. Der Engländer ins Wiener Atelier. Moore, diese Leitfigur der modernen Plastik, wollte die Gemeinsamkeit hervorkehren. Bildhauerei sei für sie beide ja nur im Zusammenhang mit dem Menschenbild zu sehen. Ein Menschenbild nun freilich, mit dem Hrdlicka seinerseits jedem Stilkünstler – auch Moore – widersprach. Hrdlicka verstand sich erstens als politischen Künstler und zweitens als Bildner des rohen Fleisches. "Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, so erinnere ich mich eben an politische Dinge", hat er erklärt. Die Konfrontation mit dem Faschismus hat ihn geprägt. "Fleisch" sah er dann immer ...

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