Nachruf

Christo – der Poet der flüchtigen Verwandlung

René Zipperlen

Von René Zipperlen

Mo, 01. Juni 2020 um 20:30 Uhr

Kunst

BZ-Plus Am Sonntag starb der als Verhüllungskünstler berühmt gewordene Christo. Im Spannungsbogen von Spektakel und unmittelbar wirkender Schönheit des Flüchtigen schuf er große Kunst.

Die Bilder des Berliner Reichstag-Baus, der unter gleißenden Stoffbahnen im Juni 1995 sein politisches Schwergewicht ausschwitzte und sich im Sommerlicht flirrend in eine schwerelose, wunderschöne Skulptur verwandelte, waren vielleicht das schönste Startgeschenk für das wiedervereinigte Deutschland, das mit seiner neuen Größe noch fremdelte, die der NS-belastete Bau symbolisierte. Geplant war das nicht: Christo und seine Frau Jeanne-Claude hatten 23 Jahre lang arbeiten müssen, um schließlich eine Bundestagsmehrheit gegen Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble zu gewinnen.

Nun ist Christo mit 84 Jahren in seiner Wahlheimat New York gestorben, elf Jahre nach seiner Frau, mit der er rund 50 Jahre verheiratet war. Seit Mitte der 90er Jahre traten sie nur noch ...

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