Kunst erleben

René Zipperlen

Von René Zipperlen

So, 12. Januar 2020

Kunst

Der Sonntag Mit Sonderzügen und Shuttlebussen zur Basler Museumsnacht.

Von Schwabbelmaschinen und Lichtinstallationen bis zu smart bestickten Handschuhen ist bei der 21. Basler Museumsnacht am 17. Januar wieder mehr geboten als in eine Nacht passt.

Mit 37 900 Besuchern hat die Basler Museumsnacht 2019 ihre 20-jährige Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Das liegt auch an der guten Infrastruktur, denn kostenlose Shuttlebusse verbinden die rund 200 Veranstaltungen in 38 Museen und Einrichtungen in Basel, Weil am Rhein (Vitra) und Saint-Louis (Fernet-Branca) von 18 bis 2 Uhr . Sonderzüge starten um 1.30 Uhr in Richtung Freiburg, Zell und Waldshut.

Zu den Angeboten der Museen zählen themenbezogene Kurzführungen, Bastel- und Spielangebote für Kinder, Vorträge, Performances, Musik. So gibt es im Museum Tinguely eine geheimnisvolle "Schwabbelmaschine" und Batik, Fußtheater im Museum der Kulturen, Anekdoten eines Bestatters auf dem Freidhof Hörnli, im Haus der elektronischen Künste werden Handschuhe smartphonetauglich bestickt, im Anatomischen Museum bieten Präparatoren Halloweentraining (lebensechte Narben und Verletzungen), und nach Mitternacht ist es im Antikenmuseum nicht mehr jugendfrei, wenn es um das Liebesleben der Gladiatoren geht.

Wie immer gibt es auch viel Musik aus aller Welt. Im jüdischen Museum gibt es um 20 und 21 Uhr Musik und Storys von Gershwin und Berlin, um 22 und 23 Uhr jiddische Weltmusik und später stehen in seiner Galerie am Petersplatz die Shtetl Superstars am Mischpult. Balkan Beats gibt es zur vollen Stunde in der Papiermühle, Lynsey Peisinger verwandelt die Fondation Beyeler in ein "singendes Museum", Gerome Johannes Gadient spielt in der Kunsthalle um 23 Uhr hypnotische Klänge, während Jasmin Albash im Kunst Raum Riehen um 21.30, 23 und 0 Uhr "Soulful Electro" verspricht. Klassischer wird es mit einem Renaissancetrio im Musikmuseum oder Ensembles des Basler Sinfonieorchesters in Münster und Nikolauskapelle – der Kreuzgang wird irisch bespielt.

Auch beim Essen zeigen sich viele Museen kreativ. Legendär die Sushi-Bar, die einst der Zoo im Aquarium eingerichtet hatte. 2020 gibt es im Feuerwehrmuseum Hotdogs, Totenbeinli und Gehacktes am Friedhof Hörnli, Bars am Lagerfeuer auf dem Kasernenareal und bei Vitra. Und wem Schweizer Preise Schwindel verursachen, der kann sich beim Gratis-Klöpfer im Kunst Raum Riehen erholen. raz