Echtheitsdebatte

Kunstkrimi um Rembrandt: Hängt in Frankfurt nur eine Kopie?

Martin Dahms

Von Martin Dahms

Do, 25. Juni 2020 um 20:15 Uhr

Kultur

BZ-Plus Hängt im Frankfurter Städel-Museum nur eine Kopie des Rembrandt-Porträts der Hendrickje Stoffels? Und warum zögert das Haus die Untersuchung heraus? Ein Kunstkrimi, der in der NS-Zeit begann.

"Was mit den Rembrandts geschah, weißt du ja selbst", schrieb Eleonora von Mendelssohn im Februar 1948 an den befreundeten Basler Kunsthändler Christoph Bernoulli, "nicht einmal Justi hat es damals gemerkt, als ich ihm im roten Zimmer die Kopien zeigte. Sie hingen dort, wo die Originale gehangen hatten, und er stand in Verzückung davor. Niemand kann mir einreden, dass das, was Justi nicht gemerkt hat, diese Kaffern von Nazikommissären je entdeckt hätten."

Ludwig Justi, der Mann, der sich verzückt Kopien für Originale vormachen ließ, war kein leicht zu beeindruckender Laie, sondern der langjährige Direktor der Berliner Nationalgalerie – und ein alter Bekannter der Familie des Berliner Bankiers Robert von Mendelssohn. Im Frühjahr 1933 tauschte dessen Tochter Eleonora die Rembrandts in der Familienvilla in Grunewald durch offenbar meisterhafte Kopien aus, um die Originale in Sicherheit zu bringen. Nach einer langen Reise durch die europäische Geschichte ist eins der beiden Gemälde, ein Bildnis der Hendrickje Stoffels, heute im Frankfurter Städel ausgestellt. "Einiges scheint dafür zu sprechen, dass im Städel eine Kopie hängt", sagt der Vorsitzende der Berliner Moses-Mendelssohn-Stiftung, Julius Schoeps. "Das ist ...

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