Corona in Baden-Württemberg

Land beschließt neuen Grenzwert für neue Corona-Einschränkungen

Max Schuler, Joshua Kocher und dpa

Von Max Schuler, Joshua Kocher & dpa

Di, 15. September 2020 um 18:57 Uhr

Südwest

Maskenpflicht in der Schule, Gastronomie nur draußen: Mit diesen und anderen Maßnahmen will das Land gegebenenfalls auf steigende Corona-Zahlen reagieren – und einen zweiten Lockdown verhindern.

Um die Pandemielage im Land einordnen und eine mögliche zweite Corona-Welle verhindern zu können, hat das Kabinett am Dienstag einen Drei-Stufen-Plan beschlossen, der auf der sogenannten 7-Tage-Inzidenz basiert. Sie zeigt an, wie viele Neuinfektionen innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohnern in einem Gebiet gemeldet wurden. Für jede Stufe werden schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen. Derzeit befindet sich das Land nach Angaben des Staatsministeriums in Stufe 1, einer stabilen Phase mit moderaten Infektionszahlen.

Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Land- oder Stadtkreis an sieben Tagen hintereinander den Schwellenwert von 35 überschreitet, tritt die kritische Phase 3 (exponentieller Infektionsanstieg, nicht mehr nachvollziehbare Infektionsketten) ein und das Land empfiehlt verstärkte Schutzmaßnahmen. Dazu zählt zum Beispiel das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im Schulunterricht, eine Betriebsbegrenzung für Gaststätten auf die Außengastronomie oder eine Einschränkung der Personenzahl in Einzelhandelsgeschäften. Ein erneuter Lockdown soll so vermieden werden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann rief die Bürger bei der Vorstellung des Konzepts am Dienstag in Stuttgart weiter zur Vernunft auf. "Wir können uns nicht leisten, sorglos zu werden", sagte der Grünen-Politiker.

Heimkehrer treiben die Zahlen – und ein Ausbruch im Breisgau

Blickt man auf die Situation zwischen Lörrach und Offenburg kommt derzeit der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald diesem Schwellenwert am nächsten. Die 7-Tage-Inzidenz lag laut Landesgesundheitsamt am Dienstag bei 22,8. Vor einem Monat lag dieser Wert noch bei sechs. Vor allem Reiserückkehrer trugen dazu bei, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen ist.

Ein weiterer Infektionstreiber war der Corona-Ausbruch in einer Caritas-Werkstätte in Heitersheim. Dort hatten sich mindestens 22 Menschen mit und ohne Behinderung mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Werkstätte ist seit dem 8. September geschlossen.

Fälle sind ungleichmäßig verteilt

Das Infektionsgeschehen im Kreis ist jedoch differenziert zu betrachten – was auch mit seiner vielschichtigen Landschaft zusammenhängt, die von der Rheinebene bis zum Feldberggipfel reicht. So zeigten die jüngsten Zahlen, dass in den Schwarzwaldgemeinden so gut wie keine aktiven Infizierten mehr vorhanden sind.

Die übrigen südbadischen Kreise liegen aktuell deutlich unter dem kritischen Wert. In der Stadt Freiburg wurden in der vergangenen Woche 12,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet, im Kreis Emmendingen 8,4, in der Ortenau 5,1, im Kreis Lörrach 5,7 und im Kreis Waldshut 4,1.

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