Studie

In Baden-Württemberg fehlen noch 41.000 Kitaplätze für Kleinkinder

Laut einer aktuellen Studie reicht das Platzangebot in den Kitas im Land noch immer nicht aus. In einigen Gemeinden in Südbaden aber hat sich die Lage etwas entspannt.  

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Studie zeigt große Lücke bei Kitaplätzen für Kinder in Baden-Württemberg.  | Foto: Christoph Soeder (dpa)
Studie zeigt große Lücke bei Kitaplätzen für Kinder in Baden-Württemberg. Foto: Christoph Soeder (dpa)
Für rund 41.100 Kinder unter drei Jahren fehlen in Baden-Württemberg einer neuen Studie zufolge Kitaplätze. Damit haben 13,6 Prozent der unter Dreijährigen mit Betreuungsbedarf keinen Platz, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie berechnet. Bundesweit gibt es demnach eine Lücke von rund 300.000 Plätzen, Baden-Württemberg befindet sich leicht unter dem Durchschnitt von 14,2 Prozent. Zum Vergleich: Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt diese Quote bei 18 Prozent.

Laut der Studie wünschen sich Eltern für insgesamt 138.400 Kinder dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz. Rund 97.300 Kinder wurden in einer staatlich geförderte Kita betreut oder hatten einen geförderten Platz bei Tageseltern. In die Berechnung des arbeitgebernahen Instituts war eine repräsentative Befragung der Regierung zu den Betreuungswünschen eingeflossen.

Eltern suchen Betreuungsplätze

Noch immer lässt sich ein großer Unterschied zwischen Ost und West erkennen: In Ostdeutschland haben laut Studie 7,3 Prozent der Kinder unter drei mit Bedarf keinen Platz – im Westen 15,6 Prozent.

Der Studie zufolge sind die rechnerischen Lücken in Baden-Württemberg und Bayern (12,8 Prozent) trotz ähnlich niedriger Betreuungsquoten kleiner, da die Eltern einen geringeren Betreuungsbedarf angeben. Dies könnte mit traditionelleren Vorstellungen vom Familienleben zusammenhängen, heißt es beim IW. Zugleich spielen unterschiedliche Rahmenbedingungen – etwa die Beteiligung der Eltern an Betreuungskosten – eine wichtige Rolle. Die meisten Gemeinden in Südbaden hatten die Kitagebühren aufgrund der angespannten Kassenlage zuletzt teilweise deutlich angehoben.

Das IW fordert, die Politik müsse vor allem im Westen den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur weiter vorantreiben.

Insgesamt sinkt die Zahl der betreuten Kinder in Deutschland allerdings seit 2023. Der Hauptgrund sind deutlich abnehmende Kinderzahlen.

Dies spüren auch viele Gemeinden in Südbaden. Zuletzt war vielerorts zu hören, dass sich die Mangellage der vergangenen Jahre langsam entspanne. So heißt es etwa aus Offenburg, dass das Angebot teilweise größer sei als die Nachfrage. Auch in Freiburg sind die Wartelisten der Kitaträger inzwischen kürzer. Gleiches gilt für Tageseltern, die nun häufiger freie Plätze haben.

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