Laufenburg

Erzbischof Burger wirbt in Laufenburg für Miteinander

Brigitte Chymo

Von Brigitte Chymo

Mo, 10. Juni 2019 um 17:00 Uhr

Laufenburg

Stephan Burger zu Gast bei der Pfarrei Heilig Geist in Laufenburg. Dort feierte er das Patrozinium. Der Erzbischof hörte sich auch die Gedanken des Pfarrgemeinderates zu den Themen Pastoral 2030 und der Bewegung Maria 2.0 an.

Hoher kirchlicher Besuch in Laufenburg: Gemeinsam mit Erzbischof Stephan Burger aus Freiburg feierte die Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck an Pfingstmontag in einem feierlichen Pontifikalamt das Patrozinium der Pfarrei Heilig Geist. Beim anschließenden Empfang trug sich der Erzbischof in das Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein.

Die Vertreter der Seelsorgeeinheit äußerten ihr Sorgen zur Kirchenentwicklung 2030. Weit vor der Zeit waren die Kirchenbänke gut gefüllt. Als Ministranten und Erzbischof Stephan Burger dann pünktlich um 10 Uhr durch das Kirchenportal einzogen, mussten viele Besucher im Eingangsbereich mit Bierbänken vorlieb nehmen. Höhepunkt des Pontifikalamts, das neben dem Erzbischof auch von Pfarrer Klaus Fietz, Kooperator Hans-Joachim Breulich und Diakon Wathek Matti mitzelebriert wurde, war die Predigt von Burger zum Heiligen Geist, dem Namensgeber der Pfarrei.

Burger, seit Ende Mai 2014 Erzbischof von Freiburg, sagte: "Liebe ist die grundlegende Kraft des Heiligen Geistes." Diese Liebe ermöglicht uns, in Frieden und Versöhnung zu leben." Es ginge nicht darum, den Heiligen Geist im Großen zu suchen, sondern im Zwischenmenschlichen des Alltags zu begegnen. Zum Beispiel als Achtsamkeit, Rücksicht und Vertrauen.

Und es gehe darum, den Weg in der Gemeinschaft zu gehen. Für ein Miteinander tritt der Erzbischof auch in der gegenwärtig schwierigen Situation der Kirche ein. Burger sprach in Zusammenhang von Maria 2.0 von großem Druck auf die Geistlichkeit und bisweilen auch persönlicher Überforderung. Burger fand klare Worte: "Ich werde dem Papst nicht den Gehorsam aufkündigen."

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim Heilig Geist sprachen zunächst die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sabine Läule wie auch Bürgermeister Ulrich Krieger Grußworte. Letzterer auch im Namen seines Albbrucker Amtskollegen Stefan Kaiser. Der Erzbischof trug sich bei dieser Gelegenheit auch in der Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein. Weitere Grußworte überbrachten Pfarrerin Heidrun Moser und Pfarrer Michael Born für die evangelischen Christen der Seelsorgeeinheit. Beide betonten die gute Ökumene vor Ort und bekräftigten: "Gemeinsam sind wir stärker als alleine."

Kirchenentwicklung 2030 schreckt Seelsorgeeinheit auf

"Was uns auf dem Herzen liegt", das gab Pfarrgemeinderätin Claudia Rudigier-Frommherz dem Erzbischof mit auf den Weg. Die Kirchenentwicklung 2030 habe die Seelsorgeeinheit aufgeschreckt. "Das wollen wir nicht", so die Pfarrgemeinderätin zu künftigen Strukturen, die eventuell wieder trennen könnten, was gerade zusammengewachsen ist. Ratskollege Peter Meister meinte zum Festhalten am Kirchenrecht der Katholischen Kirche: "Die Menschen verstehen das nicht mehr." Meister betonte aber: "Wir kündigen die Gefolgschaft nicht."

Der Erzbischof ergriff daraufhin noch einmal das Wort: Es brauche kritische Stimmen. Wichtig sei aber, den Schritt in die Zukunft gemeinsam zu gehen, und nicht aneinander vorbei. Zur Bewegung Maria 2.0 ergänzte Burger seine Ausführungen in der Predigt. Die Bedeutung der Frau in der Kirche stehe für ihn außer Frage. Aber: "Es geht um eine weltweite Frage", so der Erzbischof angesichts 1,2 Milliarden Katholiken rund um den Globus.

Als Dankeschön für den Besuch in der Seelsorgeeinheit überreichte Pfarrer Klaus Fitz dem Erzbischof die Plakette der Seelsorgeeinheit, und betonte bei der Übergabe: "Mein Wunsch ist, dass diese Plakette nach 2030 nicht ihren Wert verliert." Den Schlusspunkt des offiziellen Teils des Empfangs setzte das Blechbläserensemble des Verbandsjugendorchesters Hochrhein. Das Pontifikalamt war von der Kirchenchorgemeinschaft Hochsal-Laufenburg und den Gastchören Eiken und Steinen aus der Schweizer Nachbarschaft musikalisch begleitet worden.

Die Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck existiert seit dem 1. Januar 2015 und ist ein Zusammenschluss der Pfarrgemeinden Heilig Geist Laufenburg, St. Pelagius Hochsal, St. Martin Luttingen, St. Josef Albbruck, Heilig Kreuz Birndorf und St. Laurentius Unteralpfen. Leiter ist Pfarrer Klaus Fietz.