"Lebendiges Hauingen" will Tempo 30

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 24. November 2021

Lörrach

Auch Ortschaftsrat und Ortsvorsteher sind dafür / Stadt argumentiert mit rechtlichen Hürden.

(BZ). Der zunehmende Verkehr und das Tempo in der Ortsdurchfahrt Hauingen sind seit Jahren eine Belastung für die Einwohner und Einwohnerinnen. Das Problem werde immer wieder im Ortschaftsrat zum Thema, ohne dass es in der Stadtverwaltung Gehör finde, geschweige denn Tempokontrollen durchgeführt würden, kritisiert die Bürgerinitiative "Lebendiges Hauingen". In der Ortschaftsratssitzung vom 26. Oktober wurde vom Fachbereichsleiter Verkehr Klaus Dullisch die Position vertreten, rechtlich sei die Einführung von Tempo 30 nicht möglich. Dies will die BI nicht unwidersprochen lassen.

Rechtlich sei Tempo 30 unter anderem in Straßen von geringer Bedeutung möglich, also in Wohngebieten. In der Ortsdurchfahrt könne eindeutig Tempo 30 angeordnet werden, da beide Kriterien (Ortsdurchfahrt und Wohngebiet) in Hauingen erfüllt seien. Der von Dullisch angesprochene Durchgangsverkehr "ist Konsequenz einer mangelnden Verkehrslenkung auf die Bundesstraße B 317, die den Hauingern schon lange als Umgehungs- und Entlastungsstraße verkauft wurde", heißt es wörtlich. Mittlerweile sei die Ortsdurchfahrt eine Umgehungsstraße für die B 317, insbesondere für den morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr im Wiesental und dem Kandertal. Darüber hinaus fielen Fahrzeuge mit Waldshuter Kennzeichen auf.

Der Schulweg vieler Hauinger Grundschüler und -schülerinnen liegt nach Erhebungen zum Schulwegeplan der Bürgerinitiative an der Ortsdurchfahrt. Eltern meldeten erhebliche Risiken für ihre Kinder an dieser Straße zurück. Darüber hinaus befänden sich hier auch zwei Einrichtungen von Tagesmüttern, woraus ein besonderes Schutzbedürfnis hergeleitet werden könne.

Das "Lebendige Hauingen" unterstützt daher das Engagement des Ortschaftsrates und die Position des Ortsvorstehers, Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt einzuführen. Es werde Zeit, dass sich die Hauingerinnen und Hauinger deutlicher bemerkbar machten, denn auf ihrem Rücken und zu Lasten ihrer Sicherheit werde eine fehlgeleitete Mobilitätspolitik ausgetragen. Geschwindigkeitskontrollen seien in der Ortsdurchfahrt dringend erforderlich. Außerdem brauche es, wie mehrfach vorgeschlagen, an den Ortseingängen endlich bauliche Maßnahmen zur Temporeduzierung. Doch in Lörrach überlege man immer noch, ob ein mobiles Tempomessgerät endlich wieder angeschafft wird. Fazit eines Bürgers nach der Ortschaftsratsitzung: Eigentlich sollte Klaus Dullisch die Hauinger beraten, wie Tempo 30 realisiert werden könne, statt nur Argumente zu liefern, warum es aus seiner Sicht nicht geht.