"Vielleicht ist noch eine kleine Steigerung drin"

majo

Von majo

Di, 09. April 2019

Leichtathletik

BZ-INTERVIEW mit BLV-Präsident Philipp Krämer über den 16. Freiburg-Marathon und die Konkurrenz zu anderen Städtemarathons.

FREIBURG. Zum zweiten Mal organisierte der Badische Leichtathletik-Verband (BLV) gemeinsam mit der städtischen FWTM-Gesellschaft den Freiburg-Marathon. 12 000 Teilnehmer liefen am Sonntag mit. Damit lag der Zuspruch weit über dem des Vorjahres (rund 10 000 Teilnehmer). Im BZ-Interview mit Matthias Joers spricht BLV-Präsident Philipp Krämer (73) über die Gründe für die hohe Teilnehmerzahl, die Konkurrenz zu anderen Städtemarathons und die Strecke in Freiburg.

BZ: Herr Krämer, wie erklären Sie sich die hohe Teilnehmerzahl in diesem Jahr?
Krämer: Zum einen haben wir im vergangenen Jahr schon vieles richtig gemacht. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda hat uns geholfen. Viele Teilnehmer haben gesagt, Freiburg ist attraktiv, in Freiburg ist die Organisation gut. Trotzdem waren wir alle etwas überrascht von der deutlichen Steigerung. Und natürlich darf man nicht vergessen, dass wir in diesem Jahr den Füchsle-Mini-Marathon und die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon dabei hatten. Gerade die DM hat die gesamte Veranstaltung aufgewertet. Allein das waren um die 700 Starter.
BZ: Parallel zu Freiburg fanden in Berlin und in Hannover Marathons statt. Spüren Sie diese Konkurrenz? Oder steht der Freiburg-Marathon für sich?
Krämer: Von der Teilnehmerzahl her ist das für uns nicht ausschlaggebend. Wir sind jetzt in einem Bereich angekommen, mit dem wir sehr zufrieden sind. Vielleicht ist noch eine kleine Steigerung drin. Natürlich kann es sein, dass der eine oder andere Leistungssportler einer anderen Strecke den Vorzug gibt. Gerade in diesem Jahr, in dem es um die Normen für internationale Meisterschaften geht. Diese Sportlerdenke kann man nachvollziehen. Gleichwohl hatten wir in Freiburg die Spitze der deutschen Läufergarde zu Gast. Was ich bedauert habe: Fabienne Amrhein von der MTG Mannheim, die letztes Jahr Deutsche Marathonmeisterin wurde, lief in Berlin. Sie war selbst traurig deswegen, sagt aber, die Strecke in Berlin ist einfach etwas schneller. Für sie ging es darum, sich für die WM zu qualifizieren.
BZ: Es heißt ja immer, die Strecke in Freiburg sei beschwerlich zu laufen. Von den Sportlern kam man am Sonntag aber auch viel positives Feedback. Ist der Kurs in Freiburg also gar nicht so happig?
Krämer: Sicherlich nimmt die Innenstadt-Passage etwas Tempo bei den Spitzenläufern raus. Ansonsten ist es eine attraktive Strecke, die auch nicht schlecht oder schlimm ist. Ich musste, als wir im Verbandsrat um den Zuschlag für die Deutsche Meisterschaft gekämpft haben, in der Tat Überzeugungsarbeit leisten. Aber es konnte doch nicht sein, dass es zum dritten Mal Hannover wird. Da kamen auch die Argumente mit dem Kopfsteinpflaster. Unsere Erfahrung ist – auch durch Aussagen der Läuferinnen und Läufer – dass Freiburg eine tolle Strecke hat, die gut zu laufen ist. Wir werden die Läufer wieder befragen, um zu sehen, ob es noch eine Stellschraube gibt, an der wir drehen können. Nach meinen ersten Gesprächen verlief es durchweg sehr positiv.