Zeitung in der Schule

Lernen in der Sprachheilschule

Lukasz Rek, Marlon Krauß und Luca Tritschler, Klasse 4a, Sprachheilschule Emmendingen

Von Lukasz Rek, Marlon Krauß, Luca Tritschler, Klasse 4a & Sprachheilschule Emmendingen

Do, 24. November 2022 um 15:09 Uhr

Zisch-Texte

Die Kinder auf der Sprachheilschule in Emmendingen lernen dieselben Dinge, wie andere Grundschüler und noch vieles mehr. Was genau, verraten euch die Zisch-Nachwuchsreporter

Kennt ihr schon die Sprachheilschule in Emmedingen, die im ehemaligen Krankenhaus untergebracht ist und warum dort Kinder zur Schule gehen? Nein? Dann erfahrt ihr hier von den Zisch-Reportern Lukasz Rek, Marlon Krauß und Luca Tritschler aus der Klasse 4a der Sprachheilschule, wie die Schule funktioniert und was sie dort erleben.
Weitere spannende Artikel von Zisch-Reporterinnen und -Reportern findest du hier.

An unserer Schule, der Sprachheilschule Emmendingen, Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Sprache, gibt es die Fächer, die alle anderen Grundschulkinder auch haben und die alle Welt kennt. In Mathe, Deutsch und den anderen Fächern lernen wir die gleichen Sachen, wie die Schüler aller Grundschulen in Baden-Württemberg. Damit wir lernen, mit unseren Schwierigkeiten mit dem Sprechen besser umzugehen, haben wir zusätzlich ganz besondere Fächer.

Wir haben Rhythmik, Förderkurse und Einzelförderstunden. Da arbeitet ein Lehrer meistens mit einer Gruppe von uns. Das ist oft ganz schön anstrengend. In den letzten Wochen habe ich gelernt, sehr genau zu lesen, gut zu betonen und das, was ich lese, auch wirklich zu verstehen. In den Förderkursen, diese haben wir zwei Stunden in der Woche, üben die Kinder mit gleichen oder ähnlichen Problemen gemeinsam. Einen Förderkurs gibt es zum Beispiel zur myofunktionellen Therapie.

Hier trainieren Kinder mit vielen verschiedenen Übungen ihre Mundmuskeln. Das macht Spaß. Wenn die Muskeln rund um den Mund stark sind, ist es viel leichter, Laute richtig zu bilden und auszusprechen. Alle Schüler sind sehr gern im Rhythmikraum. Rhythmik ist mein Lieblingsfach.
Autor: Lukasz Rek

Niemand wird ausgelacht!
Alle Kinder, die auf unserer Schule gehen, sind schon im Kindergarten aufgefallen. Wir alle haben Schwierigkeiten mit der Sprache. Manche Kinder sprechen sehr wenig, obwohl sie viele Wörter kennen. Andere Kinder kennen nur wenige Wörter, es heißt dann "ihr Wortschatz ist klein". Es gibt aber auch Kinder, die bestimmte Laute einfach nicht sprechen können, dann versteht man sie sehr schlecht.

Mich hat im Kindergarten niemand verstanden. Manchmal hat mich das wütend gemacht, oft war ich aber auch sehr traurig. Irgendwann wollte ich nur noch mit meinen Eltern und meinen Großeltern reden. Das geht vielen Kindern so. Einige Kinder können Sätze nicht richtig bilden. Ein Mädchen aus unserer Parallelklasse sagte zum Beispiel im ersten Schuljahr, als sie vom Wochenende erzählte: "Wir im Garten waren". Jetzt sagt sie auch: "Wir waren im Garten", wenn sie mit ihren Eltern wirklich im Garten war. Manchmal ist es sehr schwer für unsere Lehrer, uns zu helfen, auch wenn sie sich viel Mühe geben. Das Beste an unserer Schule ist, dass jeder so sprechen kann, wie er es kann und niemand wird ausgelacht.
Autor: Marlon Krauß

Der Abschied wird traurig
In der ersten und zweiten Klasse lernen wir gemeinsam. Die Kinder, die nach dem zweiten Schuljahr schon gut sprechen können, gehen in der dritten Klasse an die Grundschule in ihrem Dorf oder in ihrer Stadt. Sie müssen dann laufen. Wir sind an der Sprachheilschule geblieben und dürfen weiter mit dem Bus fahren. Aus Kindern der 1/2a, 1/2b, 1/2c und 1/2d ist erst unsere Klasse 3a, dann die 4a geworden. Ich komme aus der 1/2b. Am Anfang der dritten Klasse mussten wir uns erst kennenlernen. Nun sind wir eine gute Klasse und wir haben viel Spaß miteinander. Besonders gut finde ich, dass fast alle aus unserer Klasse in der Pause gerne Fußball spielen.

Am Ende der vierten Klasse im Sommer müssen wir uns leider wieder trennen. Nach den großen Ferien gehen wir an die gleichen Schulen, wie die Kinder, die dort in die Grundschule gegangen sind, wo sie leben. Ich hoffe, mein Kindergartenfreund Leon kommt in meine Klasse an der Realschule. Das wäre super.
Autor: Luca Tritschler

Weitere spannende Artikel, Witze und Buchtipps: Neues für Kinder