Leserbriefe

Marga Hein

Von Marga Hein (Hausen)

Do, 28. November 2019

Hausen im Wiesental

PFLEGEHEIM HAUSEN
"Wer argumentiert, verliert!"
Zur Diskussion um das geplante Pflegeheim in der Hausener Ortsmitte und der abgelehnten Petition schreibt Marga Hein, Mitglied der Anwohnerinitiative:
Mal ehrlich: Wer hat damit gerechnet, dass der Petition der Anwohnerinitiative abgeholfen werden kann? Die Ablehnung war trotzdem eine Schlagzeile wert ("Pflügerheim: Petition: Bedenken zurückgewiesen"). Im "Eifer des Gefechtes" ist einiges falsch gelaufen. Die Petenten wurden erst durch die Presse informiert, dazu noch mit einer falschen Textstelle, die sich auf den Maßregelvollzug bezieht (Nachzulesen unter: LT BW Drucksache 16/6966 16.Wahlperiode Pkt.3 Bausache). Die Petition soll Baustein einer modernen Verwaltung sein, der kurze Draht zum Parlament. Na denn mal zu, es kann nur besser werden. Wir erhielten, nachdem wir wichtige Materialien an den Petitionsausschuss nachgereicht hatten, immerhin die Zusicherung, dass sie bei der Bearbeitung der Petition Berücksichtigung finden. Keine Spur. Und trotzdem: Es war ein interessanter Lernprozess! Wir haben gelernt, dass der Kindeswohlgedanke ein Optimierungsgebot ist. Das Wohl des Kindes ist nach Artikel 3 Absatz 1 VN-KRK bewusst als "ein" und nicht als "der" Gesichtspunkt bezeichnet, der vorrangig zu berücksichtigen ist. Mal ehrlich, haben Sie das gewusst? Gewusst haben wir, dass wir uns bei dem Thema Bau eines Pflegeheimes "warm anziehen" müssen. Die Inklusion ist ein Tabuthema, da wird gleich Böses unterstellt und viel falsch gemacht. Wir haben uns auf den Weg gemacht und sprechen darüber, immer und immer wieder....hoffentlich zum Wohle aller Beteiligten. Man muss lernen mit Ignoranten zu sprechen. Wer argumentiert, verliert! Um es kurz zu machen: Ob Gefahren oder Risiken von den Patienten ausgehen können, das ist eine fachärztlich zu beurteilende Frage, sagt der Petitionsausschuss. Je nach Antwort wäre dann zu prüfen, ob geeignete bauliche Maßnahmen geboten sein könnten. Also erst der Arzt, dann noch einmal die Bauleute? Es wird davon ausgegangen, dass Kinder im Kindergarten unter ständiger Aufsicht des pädagogischen Personals stehen. Mal ehrlich, kriegen wir das hin? Dass wir Pflegeplätze und Pflegepersonal dringend brauchen, das pfeifen die Spatzen von den Dächern.

In der Badischen Zeitung vom 9. November steht ein bewegender und interessanter Artikel über die Behindertensoziologin Birgit Wilhelm aus Zell. Sie lässt uns wissen: "Der Wille zur Verbesserung ist in Deutschland da, aber das Grundgerüst zur Teilhabe aller Menschen mit und ohne Behinderung ist kaputt oder es fehlt." Sie "habe das Gefühl, dass Menschen mit Behinderung gerne gesagt werde, was für sie das Beste sei, anstatt sie direkt zu fragen". Besser als Frau Wilhelm kann man es nicht sagen. Geben wir den Schwächeren eine Stimme und fragen wir sie direkt! Wir müssen die einbinden, um die es geht! Abschließend wird in der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses für den Landtag darauf verwiesen, dass es den Patenten frei stehe, Einwendungen gegen das geplante Vorhaben zu erheben. Mal ehrlich?!...Alles klar?Marga Hein, Hausen