Leserbriefe

Harald Senn (Kleines Wiesental)

Von Harald Senn (Kleines Wiesental)

Mi, 15. Januar 2020

Kleines Wiesental

WINDKRAFT
Angstmache und Hysterie
Lesermeinung zum BZ-Artikel "Grüne Prominenz für Windradausbau", erschienen am 13. Januar:
Mit den Worten "Das Problem im Kleinen Wiesental sind nicht Windräder, sondern Populismus" beendete der Grüne Bundestagsabgeordnete Gerhard Zickenheiner die Veranstaltung in Raich zu den Windkraftplänen am Zeller Blauen, nachdem er in seiner Rede Horrorszenarien des Weltunterganges verbreitet hatte. Dieser könne seiner Meinung nach nur noch mit dem Bau von Windrädern im Schwarzwald verhindert werden. Eine Ausprägung von Populismus ist laut Wikipedia die Erzeugung bestimmter Stimmungen und die Ausnutzung und Verstärkung vorhandener Stimmungslagen zu eigenen politischen Zwecken. Genau das hat in Raich stattgefunden. Fakten pro Windkraft sind nach seinen Ausführungen etwa Sätze wie: nicht nur Windräder, auch Katzen töten jährlich viele tausend Vögel; der Schwarzwald wurde früher schon mal entwaldet; WKAs müssen zur Realität unseres Lebens werden; größere Abstandsregeln sind nicht hinnehmbar; Schall ist kein Problem, sondern die zu große Sensibilität dafür; usw. Auf Grund solcher Fakten treffen gewählte Vertreter ihre Entscheidungen, und deren Anhänger applaudieren.

Das waren zwei Leerstunden für faktenorientierte Bürger, die nicht den geringsten Beitrag zu einer Befriedung zwischen betroffenen Ortsteilen im Kleinen Wiesental und ideologisch polarisierten Menschen geliefert haben. Mit Zickenheiner über Windkraft reden bedeutete in Ried: Als erstes ein pauschales Bashing gegen Andersdenkende, dann eine Stunde Angstmache und Hysterie wegen des alles zerstörenden Klimawandels verbreiten, danach eine kurze Diskussionsrunde, bei der sachliche Fragen nur mit pauschalen Argumenten erwidert wurden. Abschließend ein kurzes Statement des Kreisrates Herbert Beier, der den Administrator der Internetseite der Initiative Schwarzwald Gegenwind wörtlich als skrupellose Schreiber betitelte. So fördert man in den Augen dieser Gruppierung den freundlichen Umgang im Tal.
Harald Senn, Kleines Wiesental

Es fielen nur Worthülsen
Zum gleichen Thema schreibt ein Leser:
Gerhard Zickenheiner (Grünen-Bundestagsabgeordneter) wirft also dem grundgesetzlich garantierten Widerstand im Kleinen Wiesental "Populismus" vor. Was sagt mein altes Latein-Wörterbuch dazu? Er selber bemüht sich offensichtlich um "Popularitas" (Bemühen um Volksgunst), ist also im lateinischen Sinne ein Populist, und im Endeffekt für das bisher herrliche Kleine Wiesental ein "Populator" (lat. Plünderer, Zerstörer) der Landschaft und Heimat der Ureinwohner. Laut Zuhörern fielen von ihm in Ried unter anderem Worthülsen wie: Der Schwarzwald wurde früher schon mal entwaldet; Schall/Infraschall sei kein Problem – nur die große Sensibilität der Erkrankten; er finde 700 Meter Abstand ausreichend; wir (gemeint Ihr) müssen aus der Wohlfühlzone raus. Wohnt er eigentlich in Berlin oder auf Dauer auf seinem großen Grundstück am Zeller Blauen neben seinen künftigen riesigen Windrädern? "Grüne Prominenz für Windradausbau" titelte die BZ. Lateinisch "Prominentes" oder "Eminentes": Hervorragende Männer. Ach ja: Es werde dann "bis zu vier Grad wärmer mit Dürre". Wieso gibt es dann im warmen Kongo riesige Wälder? Auch wenn ich dann auf die 90 zugehe: Dummgrün bin ich noch lange nicht. Dann schon lieber "Graue Eminenz" statt "Grüne Prominenz".

Alfred Schäfer, Schopfheim