Leserbriefe

Gerd Fröhlich, Emmendingen

Von Gerd Fröhlich & Emmendingen

Sa, 07. November 2020

Emmendingen

FRIEDHOFSKULTUR
Urnenbestattung ist Klimasünde
Zum Artikel "Neue Bestattungsformen ermöglichen" von Michael Sträter (BZ vom 31. Oktober):
Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser. Wie kommt man auf die Idee, dieses verbrennen zu wollen? Mit äußerst hohem Energieaufwand wird in gasbefeuerten Krematorien der Körper zuerst gekocht und zur dürren Mumie eingedampft, die erst dann verbrennt. Zu Abgasen! Wenn der Auslöser für die Entscheidung zur Urnenbestattung ist, dass man Geld sparen muss oder sich keine Angehörigen sich um ein Grab kümmern können, dann sollte man diesen Menschen andere Bestattungsmöglichkeiten eröffnen, die diesem Ziel gerecht werden. Ein billiges Grab in einem Bestattungswald sollte Jedem ermöglicht werden. Dieses sollte notfalls ohne Pflege auskommen. Und ohne aufwändigen Sarg, der mit hohem Einsatz von Material, Energie und ebenfalls zumeist klimaschädlichen Gasen gebaut werden muss. Für welchen Zweck? Mir selber wird hoffentlich – in unseren Zeiten, wo drastische Schonung von Energie- und Materialeinsatz angesagt ist, – ein simpler Leinensack genügen.

Oder vielleicht eleganter und als Symbol: eine simple rohe Leinenhose und ein schlichtes ungefärbtes Leinen-T-Shirt. Mein Körper soll einmal anstatt gekocht, verdampft und zu schädlichen Abgasen verbrannt zu werden, den Würmern und Bakterien im Waldboden als Nahrung dienen. Seine Atome sollen so neu in den Kreislauf des Lebens eingespeist werden.