Leserbriefe

Martin Wichert (Gundelfingen )

Von Martin Wichert (Gundelfingen )

Mo, 22. Februar 2021

Leserbriefe Breisgau

KRITIK AN TARIFFLUCHT
"Frustrationen und Fluktuationen"
Zu "SPD kritisiert ,Tarifflucht’ von Thalia" in der BZ-Ausgabe vom 11. Februar:
Erfreulich, dass die SPD-Kandidatin Jennifer Sühr auf den Ausstieg aus der Tarifbindung bei Thalia hinweist. Nun könnte Manuel Herder ja trotzdem seine Mitarbeiter angemessen wertschätzen und entlohnen. Im Freiburger Verlagshaus ist es unter seiner Ägide aber leider eher Praxis, selbst langjährigen und bewährten Kräften nur extrem selten und ungern Gehaltsanpassungen zukommen zu lassen. Viele Gehälter bewegen sich hier deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Frustrationen und Fluktuationen sind daher an der Tagesordnung.

Bedauerlich für dieses traditionsreiche Verlagshaus, dem ich eine hervorragende Ausbildung und – dank vieler großartiger Kollegen und Führungskräfte – sehr viel gute Berufserfahrung verdanke. Damals war Manuel noch im Teenageralter – Glück gehabt!

Martin Wichert, Gundelfingen

"Kräftiger Seitenhieb auf die Gewerkschaften"
Die Aussage im genannten BZ-Bericht des Landtagskandidaten der CDU, dem Verleger Manuel Herder (Herder Verlag), unter Benennung der aktuellen Corona-Pandemie, hat mich entsetzt. Mit dem Verweis darauf äußerte dieser Politiker wörtlich: "Das Wort der Tarifflucht mag ein gängiger Begriff sein, es ist aber eine politische Wortschöpfung, die der verfassungsrechtlichen Freiheit von Unternehmen in Deutschland widerspricht."

Neben der Forderung nach "modernen Tarif-Konzepten", der Feststellung, die bisherige Praxis habe seit den 90er Jahren massiv abgenommen und der Nennung von Amazon, folgt ein kräftiger Seitenhieb auf die Gewerkschaften. Deutlicher wird die frühkapitalistisch-ideologische Grundauffassung des Herrn Herder nicht ersichtlich! Vielen Dank für die Belehrung in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Wolfgang Schmidt, Freiburg

IMPFTERMINE

"Enttäuscht, ja entsetzt zurückgelassen"
Zu "Immer freitags gibt es neue Impftermine in der BZ vom 18. Februar:
Es dürfte Ihnen sicher klar sein, dass Sie mit Ihrem Bericht viele über Achtzigjährige enttäuscht, ja sogar entsetzt zurücklassen. Wenn das so weiter geht, werden nach meinem Verständnis in 14 Tagen Termine für Ende Mai vergeben. Bringen Sie das mal in Einklang mit der Aussage von Frau Merkel: "Bis Ende Sommer hat jeder Bundesbürger ein Impfangebot."

Ihre Berichte sollten den Menschen auch etwas Hoffnung machen. Dazu wäre ein Hinweis Ihrerseits hilfreich gewesen, dass diese Angaben auf den zur Zeit zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen beruhen. Tatsächlich sollen uns bis Ende März 18,3 Millionen Impfportionen zur Verfügung stehen. Dies bedeutet wiederum, dass neun Millionen Menschen mit zwei Impfungen versorgt sein sollten, und dabei circa fünf Millionen über Achtzigjährige. Ich persönlich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Impfsituation bis Mitte März entspannt und wir BZ-Leser von Ihnen hoffnungsvollere Berichte lesen dürfen. Hermann Baum, Müllheim

WINDGFÄLLWEIHER
"Event-Erschließung ist der falsche Weg"
Zu "Wenn Beliebtheit zum Fluch wird" in der BZ-Ausgabe vom 6. Februar:
Ein klares Nein zu der Idee eines Investors, am Windgfällweiher, diesem Kleinod im Südschwarzwald, einen Wohnmobilpark zu bauen, der mit seiner aufwändigen Infrastruktur ein Fremdkörper in der Naturlandschaft wäre, deren Erhalt und Bewahrung den jetzt Verantwortlichen anvertraut ist. Der Südschwarzwald darf nicht zur Disposition stehen für diejenigen, die ihn für Freizeitgestaltung und Event-"Kultur" vermarkten wollen.

Im Umfeld des Windgfällweihers gibt es ordnungsgemäß bewirtschaftete Campingplätze, die Campingurlaubern zur Verfügung stehen. Seit Jahren fahren wir als Camper in Urlaub, wohnen auf Campingplätzen und unternehmen von dort aus unsere Besichtigungen, Wanderungen... Auch im konkreten Zusammenhang ist es problemlos zumutbar, auf vorhandenen Campingplätzen im näheren Umfeld zu wohnen und von dort aus den Windgfällweiher für eigene Vorhaben aufzusuchen. Mit einem Wohnmobilpark für reichlich 100 Fahrzeuge wird das Problem des massenhaften Wildcampens und -parkens, der gewissenlosen Müllentsorgung und so weiter nicht gelöst.

Naturlandschaft, gar Naturschutzgebiete brauchen Nutzungsbeschränkungen; bewährte Modelle dafür gibt es in unserer Republik. Event-Erschließung ist der falsche Weg, wenn die Naturlandschaft Zukunft haben soll.
Karin und Wolfgang Mecklenburg, St. Peter



GÄRTNEREIEN IM LOCKDOWN
"Das tut in der Seele weh"
Zu "Blumen für den Kompost" in der BZ-Ausgabe vom 12. Februar:
Tausende blühende Blumen auf dem Müll? Das tut in der Seele weh, kann man nicht draußen Tische aufstellen und alles zum Mitnehmen kennzeichnen, dazu eine Spendenkasse, die sicher gut gefüllt wäre, weil alle sich über Blühendes freuen und den Gärtnersleuten ein wenig geholfen wäre. Barbara Pfaff, Breitnau


BREISGAU-S-BAHN
"Keine Zugausfälle, keine Verspätungen"
Zu "Noch ruckelt es im neuen Fahrplan" in der BZ vom 15. Januar und dazu veröffentlichten Leserbriefen:
Wir werden wieder für dumm verkauft. Die Verantwortlichen suggerieren, es handele sich um Kupplungsprobleme. Gott gemacht – kann man halt nichts ändern. Doch Stop, so einfach geht das nicht. Beispiel Hamburg: Die S1 vom Airport zum Hauptbahnhof wird in Ohlsdorf mit dem Zugteil aus Poppenbüttel gekoppelt. Alle zehn Minuten, seit mehr als 15 Jahren. Und das klappt wie am Schnürchen, gelingt mit einem nur sanften Ruck. Ein Auffahren "mit Schmackes" ist nicht erforderlich. Keine Zugausfälle, keine Verspätungen – nur ein anderer Hersteller.Gerhard Hesse, Freiburg