Leserbriefe

Bernd Langer

Von Bernd Langer (Freiburg)

Mi, 01. Dezember 2021

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

PFÖRTNERAMPEL

"Es fehlt der große Wurf für den Verkehr"
Zu "Ampel sorgt für Unmut" von Max Schuler in der BZ vom 4. November:
Der Unmut der Gemeinden im Dreisamtal über einen potentiellen Ausweichverkehr in Richtung Freiburg brachte mich zum Nachdenken, ob es in jüngster Zeit mal Erhebungen über den zukünftigen Verkehr oder gar ein Raumordnungsverfahren für die Region im Osten von Freiburg gegeben hat. Was ich sehe, sind mannigfaltige Bauvorhaben, sei es in Ebnet, Zarten, Kirchzarten oder St. Peter bis hinauf nach Titisee. Demgegenüber steht ein jahrzehntelang geplanter B-31-Tunnel unter Freiburg hindurch. Meine Pi-mal-Daumen-Kalkulation sagt mir, dass dieser Tunnel (wenn fertiggestellt) den noch weiterhin zunehmenden Autoverkehr nach und durch Freiburg vielleicht gerade, aber eher nicht mehr vollständig auffangen wird.

Auf der einen Seite haben wir die Bürgermeister der Gemeinden im Osten, die gerne mehr Bürger und Betriebe haben wollen, die damit verbundenen Verkehrsprobleme aber gerne an die Stadt Freiburg abtreten. Und im Freiburger Gemeinderat plus Bürgermeister scheint man sich diesem sich abzeichnenden bleibenden Verkehrsinfarkt nicht bewusst zu sein. Mögliche Ausweichstraßen in Freiburg werden lieber zu Fahrradwegen verändert, was ja innerhalb der Stadt auch Sinn macht. Aber es fehlt der große Wurf für den Verkehr aus dem Umland, denn Freiburgs Tunnel wird es womöglich nicht mehr richten. Und die eingleisige Bahnlinie auch nicht. Bernd Langer, Freiburg

"Ein Kobold in der Verkehrsregie"
Seit Jahren wette ich gegen mich selbst: Halten Kappler und Schützentunnel ein, was die Warnlampen an der Zufahrt vermelden? Folgende Varianten verwettern mir laufend die Gewinnchancen bei der Einfahrt in Kappel: Kein gelbes Licht heißt freie Fahrt. Aber: Stau schon vor dem zweiten Tunnel. Wette verloren. Gelbes Licht heißt: Vorsicht, Behinderung. Aber: doch freie Fahrt. Wette verloren. Kein gelbes Licht in Kappel. Dafür Blinken vor dem Schützentunnel. Als nützte das noch etwas. Wette verloren. Gelbes Licht in Kappel: Geschwindigkeitsbeschränkung und Überholverbot durchgehend. Nur wozu? Keine Behinderungen zu sehen. Verwundert. Schranke geschlossen: Aber dann Stau nach Littenweiler. Wette gewonnen, aber geärgert.

Es ist, als säße ein Kobold in der Verkehrsregie. Denn ein vernünftiger Mensch kann solch einen Blödsinn kaum erdacht haben. Hermann Ayen, Freiburg

GELBE SÄCKE
"Müll in Klarsichtsäcken an die Straße stellen"
Zu "Gelbe Säcke sind Mangelware" in der BZ-Ausgabe vom 19. November:
Nachdem ich vor Wochen die Hoffnung aufgegeben habe, vor Ort eine Rolle Gelber Säcke zu bekommen, hat sich meine Hoffnung auf einen Zeitungsbericht hierzu nun erfüllt. Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen sind allgegenwärtig und der Verweis auf übermäßige Bevorratung vor dem Hintergrund eines unveränderten Müllaufkommens nachvollziehbar. Beides hilft jedoch nicht, den Müll loszuwerden, der in den Gelben Sack gehört, wenn kein solcher zur Verfügung steht. Denkbar wäre, dass Remondis erlaubt, diesen Müll in Klarsichtsäcken an die Straße zu stellen, solange der Engpass besteht. Dann gäbe es auch keinen Grund mehr, Säcke zu horten. Gero Eggers, Kirchzarten
"Kostenpflichtig und pro Stück abgeben"
Wer durch Freiburg und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald fährt, findet nicht nur Plastikmüll in einer Unzahl Gelber Säcke zur Abholung liegen, sondern erlebt auch, dass diese Säcke vielfach und gerne für andere Zwecke verwendet werden. Sie sind ja schließlich kostenlos! Warum gibt man statt einer generellen Müllgebühr für Plastikmüll die Gelben Säcke nicht kostenpflichtig pro Stück ab? Dann könnte man höherwertige Säcke verwenden, die nicht so leicht reißen und vom Wind durch die Gegend gejagt werden. Außerdem regt das zum sparsameren Umgang mit Kunststoffverpackungen an. Von ordentlichen Tonnen für Plastikmüll im Landkreis oder in Freiburg kann man nur träumen. Nachfragen bei verantwortlichen Stellen prallen regelmäßig ab. Wühlende Katzen oder Hunde, die dem Duft aus dem Gelben Sack nicht widerstehen können, werden sich weiterhin um die Säcke "kümmern". Barbara Beck, Freiburg

KFZ-ZULASSUNG

"Komisch, was in anderen Landkreisen geht"
Zu "Andere Ämter haben mehr Personal im Einsatz" (BZ, 4. November) und "Das lange Warten auf den Führerschein" (20. Oktober):
Wir wollen unseren alten Landkreis Müllheim wieder haben. Es ist komisch, was in anderen Landkreisen geht, dort gibt es so viel Personal, dass sogar die Altkennzeichen LR, WOL und BH wieder zugelassen werden. Da kann in anderen Landkreisen wie Backnang das Altkennzeichen in Teilen wieder zugelassen werden, obwohl es in die neuen Bundesländer vergeben wurde. Wir Müllheimer haben ja nicht das erste Mal Probleme bei der Kfz-Zulassung, das kommt immer wieder periodisch vor. Einmal kein Personal wegen Urlaub oder Krankheit, dann wieder, weil in Freiburg Personal fehlt. Wenn jetzt der Neubau des Landratsamts ins Spiel gebracht wird: Wie war es in den 80ern, da war das Landratsamt doch in der Tullastraße im ehemaligen Koch-Gebäude. Wenn ich dann noch an die Kreisreform denke: Die Kreisreform koste insgesamt 50 Millionen D-Mark, hieß es vom damaligen Ministerpräsidenten Teufel. Heute muss man sagen pro Landkreis!

Werner Kübler, Badenweiler

GEOTHERMIE

"Hände weg von dem Rumgebohre"
Zum Leserbrief "Ein nicht abzuschätzendes Risiko" in der BZ-Ausgabe vom 4. November und weiteren BZ-Berichten zu den aktuellen Geothermie-Plänen in der Region Freiburg:
Dem Leserbrief kann ich nur zustimmen. Auch ich würde auf den Schäden an meinem Haus sitzenbleiben, da meine Elementar-Gebäude-Versicherung solche Schäden, also von Menschenhand verursacht, nicht abdeckt. Dies teilte mir meine Versicherung auf meine schriftliche Anfrage vor wenigen Tagen mit. Ich müsste mich an den Verursacher wenden.

Wer aber ist der Verursacher? Die Bohrfirma? Das Regierungspräsidium? Das Land? Oder wer? Auch frage ich mich, warum der Oberrheingraben im Untergrund anders sein soll als im Elsass, in Basel, in Landau oder in Staufen? Waren die dort Verantwortlichen alles Dilettanten, sprich Laien? Nein, sie haben das einzig Richtige gemacht, sie haben die Bohrungen und das ganze Projekt gestoppt.

Aber unsere Experten, die ja die klügsten, die besten und so weiter sind, haben alles im Griff, sowas kann ja bei uns nicht passieren, sie machen es ja richtig. Und wenn’s dann doch wackelt, hat der kleine Hausbesitzer das Nachsehen und kann schauen, wo er mit seinen Kosten bleibt.

Alle Verantwortlichen, die an dieser Geothermie beteiligt sind, die Landesregierung, das Regierungspräsidium, die Betreibergesellschaft, die Baufirmen müssen unmissverständlich für die eventuell auftretenden Schäden aufkommen, sich müssen sich versicherungstechnisch absichern, aus dieser Versicherung müssen dann die Hausbesitzer entschädigt werden. Meine Forderung, und ich glaube, da stehe ich nicht alleine da: Hände weg von dem Rumgebohre im Oberrheingraben. Peter Wiesenfarth, Neuenburg