Leserbriefe

Stefan Müller (Vogelgrun/Elsass)

Von Stefan Müller (Vogelgrun/Elsass)

Fr, 11. Oktober 2019

Leserbriefe Breisgau

ZUGVERBINDUNG NACH COLMAR
"So wird das nichts"
Zum Artikel "Regierung braucht Prestigeprojekte", der in der Badischen Zeitung vom Mittwoch, 18. September, erschienen ist und dem Bericht "Der entscheidende Schritt ist getan", in der Badischen Zeitung vom 2. Oktober, erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Bevor die Regierung weitere Prestigeprojekte wie die Bahnverbindung Colmar/Freiburg oder das deutsch-französische Gewerbegebiet bei Fessenheim in Angriff nimmt, würde ich vorschlagen, dass erst mal die Alltagsprobleme im nahen deutsch-französischen Grenzverkehr behoben werden.

Da wäre zum Beispiel der Punkt deutsche Handwerker nach Frankreich: Seit bald zwei Jahren bekommt man praktisch keinen deutschen Handwerker mehr ins Elsass wegen des bürokratischen Irrsinns, den die Handwerker in Frankreich betreiben müssen. Ob es um Renovierungen und Sanierungen von Immobilien geht oder schlicht und einfach um Reparaturarbeiten von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Küchenherden und so weiter.

Man liest zwar hin und wieder einmal einen Artikel darüber, dass sich die verantwortlichen Stellen der Sache auch annehmen oder nahmen, das Ergebnis ist aber jedes Mal das Gleiche, es passiert nichts.

Oder Versicherungen: Man findet ebenfalls praktisch keine Versicherungen wie zum Beispiel Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherungen mehr, die ins Ausland gehen. Im Gegenteil: Nach über 20-jähriger Beitragszahlung wird mit dem Argument gekündigt, der Wohnsitz sei im Ausland, was aber von Anfang an bekannt war. Das Geschäftsfeld wird jedoch auf das deutsche Staatsgebiet reduziert.

Oder Bausparkassen: Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die neu abgeschlossenen, aber auch die zum Teil schon bestehenden Bausparverträge nur noch für in Deutschland stehende Immobilien gelten, nicht jedoch für das Ausland.

Fazit: Es ist leider ein großer Rückschritt zu verzeichnen. Der deutsch-französische Binnenmarkt hat vor fünf bis zehn Jahren besser funktioniert als heute. Was bringen mir sogenannte ’Prestigeprojekte’ oder ’Leuchtturmprojekte’, wenn nicht einmal einfachste Alltagsgeschäfte reibungslos funktionieren.
Stefan Müller, Vogelgrun/Elsass