Leserbriefe

Margret Wilhelm (Bad Krozingen)

Von Margret Wilhelm (Bad Krozingen)

Mi, 31. März 2021

Leserbriefe Breisgau

BATZENBERGTUNNEL
"Zugbenutzer – auf die Barrikaden"
Leserzuschrift zu "Bahn beginnt mit Bohrungen am Batzenberg" und "Suche nach der besten Tunnelvariante" von Michael Dörfler, BZ vom 18. März:
Warum soll die Fahrzeit schneller sein? Sollten nicht erst einmal die regelmäßigen Züge mit pünktlicher Abfahrtszeit möglich sein? Viele Leute klagen über Unpünktlichkeiten oder sogar Ausfallen der Züge, und da soll so viel Geld in das neue Projekt gestellt werden und auch Eingriffe gewaltiger Größe in die Natur gemacht werden? Da sollten alle "Zugbenutzer" auf die Barrikaden gehen! Und erst sollten die Tieferlegung und die Erweiterung der Schienenstränge durch die Ortschaften oder auch nebenan geregelt und ausgebaut werden. Immer neue Ideen der Bahn sind da, aber die alten, jetzigen Probleme werden übersehen oder nicht beachtet?
Margret Wilhelm, Bad Krozingen

NAHVERKEHRSPLAN
"Untaugliche Regulierungen"
Leserbrief zum Beitrag "Busfirmen gegen neue Linienplanung" vom 17. März:

Wie soll besserer ÖPNV in Verbindung mit der politisch gewollten Verkehrswende funktionieren, wenn die Planer mit so wenig Kompetenz und Sachverstand ausgestattet sind? Anstelle untaugliche, übertriebene Regulierungen in den Vordergrund zu stellen, sollten die Planer die jahrzehntelange Erfahrung der Busunternehmen deutlich mehr einfliessen lassen. Die Wahrheit, welche absichtlich verschwiegen wird, ist doch, die verdreifachten Kosten der Breisgau-S-Bahn wieder einzutreiben. Dies ist offensichtlich nur möglich, wenn man beim Bus (privat) abzwackt und der Schiene (staatlich) zuführt. Schon allein deshalb kann die Aussage von Thomas Wisser – die Gelder für den ÖPNV müssen transparent und diskriminierungsfrei verwendet werden – nicht als wahrheitsgemäß bezeichnet werden. Denn nur auf diese Art, wenn die Busse als Zubringer der Schiene eingesetzt werden, lässt sich später damit werben, wie grandios die Fahrgastzahlen der Schiene gestiegen sind.

Es ist höchste Zeit, dass die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden sich wehren, dass historisch gewachsene und gut funktionierende Linienführungen nicht vernichtet werden. Sicher gibt es mit geringem finanziellen Aufwand da und dort Verbesserungsmöglichkeiten.

Dass der Ton der Stellungnahme jetzt schärfer wird, ist allein die Schuld der Planer des ZRF, denn offensichtlich findet nur diese Tonlage Beachtung.
Norbert Schmitt, March
AUSSENGASTRONOMIE
"Wir warten auf eine Öffnungsperspektive"
Zur Situation der Gastronomie und dem Artikel "Viele wissen nicht, wie es weitergeht" vom 27. März:

Die Außengastronomie zu schließen ist nicht nur falsch, sondern sogar kontraproduktiv. Im Freien findet, im Gegensatz zu geschlossenen Räumen oder dem öffentlichen Nahverkehr, ein permanenter Luftaustausch statt. Die Hygienemaßnahmen können streng eingehalten werden und damit sind die Freisitzflächen sicher nicht die Treiber der Pandemie.

Wir Gastronomen haben in Hygienemaßnahmen investiert und sind in der Lage, den Aufenthalt der Gäste corona-konform zu garantieren. Tatsache ist, dass die Menschen das Bedürfnis haben, sich zu treffen und zu kommunizieren, und das gilt für Jung und Alt. Diese Treffen finden jetzt im privaten Bereich statt oder zum Beispiel auf den Dreisamwiesen. Eine Kontrolle über die Einhaltung der Vorschriften ist dort bei der Vielzahl der Personen nicht möglich. Wo sind da die Spender für Desinfektionsmittel, wer weist die Plätze zu und wer garantiert die Einhaltung der Abstände oder das Tragen der Masken?

Niemand!

Ganz zu schweigen von der Nachverfolgung bei Ansteckung. Die Gastronomie wurde am 2. November 2020 als Erstes geschlossen und die Inzidenzwerte sind seither weiter gestiegen. Nach fünf Monaten warten wir sehnlichst auf eine konkrete Öffnungsperspektive.

Es ist erwiesen, dass die Übertragung des Virus im Freien mit Abstand und Maske wesentlich unwahrscheinlicher ist als in geschlossenen Räumen. Deshalb lassen Sie uns endlich wieder unsere Freisitzflächen aufmachen, das wäre ein richtiger und unbedenklicher Schritt aus dieser ganzen Misere.
Wolfgang Feierling-Rombach, Freiburg

CORONAIMPFUNG
"Das ist doch zum Verzweifeln"
Zur Berichterstattung über Kreisimpfzentren und die Chance, einen Impftermin zu erhalten:

Jetzt sitze ich seit mehreren Wochen stundenlang am PC und auch am Telefon, um für mich und meine Frau einen Impftermin zu bekommen. Wir sind beide 71 Jahre alt uns somit impfberechtigt, wie das so schön heißt. Nun habe ich endlich für mich einen Termin am 1. April bekommen. Meine Frau hat noch keinen. Das ist doch zum Verzweifeln. Warum hat man denn nicht die Termine für eine Familie zusammenlegen können? So groß sind unsere Familien doch nicht mehr. Das wäre doch ein leichtes, alle Personen eines Haushaltes in das Formular einzutragen. Und für die Bekämpfung des Virus wäre es auch sicher besser, wenn jeweils eine Familie geschützt wäre und nicht nur jeweils ein Familienmitglied. Sicherlich wäre es viel effektiver gewesen, die Impfungen über die Einwohnermeldeämter per Brief an die Menschen zu machen. Da hat man doch alle Daten. Und nicht über dieses komplizierte System über Telefon und Computer. Aber dafür ist es ja schon lange zu spät.
Wolfgang Scharwenka, Gundelfingen

LANDTAGSWAHL
"Erstaunliche Sicht"
Zum Kommentar von Max Schuler nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg: "Grüner Wahlerfolg, Imposanter Doppelsieg" vom 15. März:
Mit der Feststellung "Pix hat alles richtig gemacht" beginnen Sie Ihren Kommentar zum Wahlerfolg des grünen Kandidaten Pix zur Landtagswahl. In Ihrem Schlusssatz betonen Sie, dass Pix sich noch um geringeren Einsatz von Pestiziden im Weinbau kümmern müsse und außerdem sein weiterer Erfolg von der Anzahl der sich drehenden Windräder auf den Schwarzwaldhöhen abhängen würde. Eine erstaunliche Sicht, wohl ausschließlich mit dem ideologisiert grünen Tunnelblick betrachtet.

Mal abgesehen davon, dass das Drehen eines Windrades nicht zwingend bedeuten muss, dass damit auch regenerative Energie erzeugt wird, geht Ihre damit verbundene Forderung nach weiteren Windrädern im Schwarzwald an den Fakten vorbei.

Die vor ein paar Jahren im Münstertal geplanten Windräder auf den Höhenzügen im dortigen Staatswald wurden nach Prüfung durch die EnBW (!!) mangels Windhöffigkeit wieder als unrealistisch ad acta gelegt. Oder anders formuliert: Es lohnte sich nicht. Wissen Sie überhaupt um diesen Vorgang?

Ebenfalls ist zum Beispiel der Windpark in Gersbach bislang bei weitem nicht so rentabel, wie ursprünglich versprochen wurde. Auch dies wird in Ihrer Zeitung bisher nicht thematisiert. Man kann nur hoffen, dass einem in den Landtag gewählten Volksvertreter der Blick für die Fakten nicht abhandenkommt und er seinen geleisteten Eid – zum Wohle des Volkes – auch ernst nimmt.

Peter Bremberg, Bad Krozingen