Stressbelastung

Hochsensible fühlen sich oft missverstanden

Anita Rüffer

Von Anita Rüffer

Fr, 27. Juni 2014 um 08:10 Uhr

Liebe & Familie

Dünnhäutig oder hyperemphatisch: Hochsensible fühlen sich von ihren Mitmenschen oft missverstanden. Sie leben quasi ohne Filter für die Reizflut der Welt. Wie sieht das aus und was kann helfen?

Von zickig, wie es ihresgleichen gerne nachgesagt wird, kann bei ihr gar keine Rede sein. Warmherzig und einfühlsam empfängt Marianne Berger, wie sie hier heißen soll, ihre Besucherin: Schalen mit Kirschen und Melonenwürfeln hat sie gerichtet. Sie weiß ja, wie gereizt sie selber wird, sobald sich Hunger und Unterzuckerung melden. Irgendwas zu warm oder zu kalt? Bitte Bescheid sagen, wenn’s zieht. Auch das kennt die 54-Jährige schließlich aus eigener Erfahrung: Wie empfindlich sie reagiert auf jeden falschen Luftzug, auf zu viel Lärm, zwickende Kleidung, Stimmungen, unangenehme Gerüche. Einmal hat ihr Mann unten in der Küche was gebrutzelt, und sie hat schon von weitem gerochen, dass es anbrennt. "Er stand daneben und hat’s nicht mitgekriegt."

Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass ein Sensibelchen wie sie sich auf dem Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist als jüngstes von vier Kindern, mit ihren stets ausgefahrenen Antennen fehl am Platz fühlen musste. "Da wurde nicht nach Gefühlen gefragt", erinnert sich die geschmackvoll gekleidete schlanke Frau mit der gepflegten Kurzhaarfrisur. Nicht nur, weil den Eltern die Arbeit über den Kopf gewachsen wäre. Die Mutter traumatisiert nach einem Missbrauch, der Vater mit 17 in den Krieg gezwungen: Da sei nur noch Funktionieren angesagt ...

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