Wie soziale Ansteckung funktioniert

Jürgen Schickinger

Von Jürgen Schickinger

Mo, 28. Januar 2013

Liebe & Familie

Peter ist Opfer einer Dickleibigkeitsepidemie. Um ihn herum grassiert die Plage seit einiger Zeit. 16 Kilo hat Peter angesetzt an Bauch und Po. Martinas Kleid wölbt sich ebenfalls am Bauch. Sie hat sich mit einer Schwangerschaft angesteckt – wohl bei ihrer Arbeitskollegin Lara.

Peter ist Opfer einer Dickleibigkeitsepidemie. Um ihn herum grassiert die Plage seit einiger Zeit. 16 Kilo hat Peter angesetzt an Bauch und Po. Martinas Kleid wölbt sich ebenfalls am Bauch. Sie hat sich mit einer Schwangerschaft angesteckt – wohl bei ihrer Arbeitskollegin Lara. Torben wiederum lächelt neuerdings auffällig beseelt und oft. In seinem persönlichen Umfeld überträgt vermutlich jemand Glück. Verantwortlich sind weder Bakterien noch Viren, sondern Freunde und Bekannte – gesellschaftliche Kontakte. Durch "soziale Ansteckung" können sich Stimmungen, Gefühle, Unehrlichkeit, Einsamkeit, Zigarettenrauchen und Anderes ausbreiten.

Von Angesicht zu Angesicht kennt das Phänomen jeder: Kaum gähnt das Gegenüber, wächst der Drang, dasselbe zu tun. Regungen, Gefühle und Verhaltensweisen können nicht nur direkte Kontaktpersonen befallen, sondern auch Freundesfreunde und weiter entfernte Menschen. So bauen sich Ansteckungswellen auf. Als Paradebeispiel gilt die "Tanganjika-Lachepidemie". Am 30. Januar 1962 brechen drei Internatsschülerinnen im heutigen Tansania grundlos in unbändiges Gelächter aus. Auch an den folgenden Tagen müssen die Mädchen zwanghaft lachen. Sie stecken Schulkameraden an. Mitte März schütteln unkontrollierbare Lachattacken bereits 95 der 159 Schüler. ...

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