Käserei wegen Bakterienbefalls geschlossen

Listerien aus Elsässer Bio-Käse könnten zwei Todesfälle verursacht haben

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Mi, 18. September 2019 um 11:44 Uhr

Elsass

Acht Kunden der Käserei Durr hatten sich mit den gefährlichen Bakterien infiziert. Ob sie die Todesfälle zweifelsfrei ausgelöst haben, wird noch untersucht. Die Käserei hatte bis zuletzt auch auf dem Freiburger Münstermarkt verkauft.

Nach der Schließung der Käserei Durr (Ferme Durr) im elsässischen Boofzheim wegen Listerienbefalls sind neue Details bekannt geworden. Die staatliche französische Gesundheitsbehörde (Santé publique France) teilt mit, dass acht Listeriose-Infektionen, aufgetreten zwischen Februar 2018 und September 2019, mit dem Milch verarbeitenden Betrieb in Verbindung gebracht werden konnten. Fünf davon seien im Elsass identifiziert worden, die übrigen in drei weiteren französischen Regionen. 

Demnach seien die Betroffenen zwischen 36 und 93 Jahre alt gewesen. Zwei der Erkrankten starben. Zweifelsfrei auf die Listeriose zurückzuführen seien die Sterbefälle aber nicht. Laboruntersuchungen hätten jedoch bei den Erkrankten wie bei Milchprodukten der Ferme Durr den gleichen Erregerstamm identifiziert.

Nach der Ursache wird weiter gesucht

Nach den Erkenntnissen der Behörde haben die Betroffenen in den Wochen vor Ausbruch der Symptome Bioprodukte der Ferme Durr verzehrt. Auf Anfrage sagte eine Sprecherin der Präfektur Straßburg, dass die Hygienekontrolleure weiter im Auftrag der Staatsanwaltschaft ermittelten und die Quelle der Infektion noch nicht gefunden sei.

Die Straßburger Präfektur hatte den 1972 gegründeten Betrieb, der zu den Pionieren der biologischen Landwirtschaft zählt, vor einer Woche bis auf Weiteres schließen lassen. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der ersten Symptome können bei Listeriose bis zu acht Wochen liegen.

Seit vergangener Woche läuft ein Rückruf aller Produkte der Ferme Durr, die im Direktverkauf in Boofzheim, in Supermärkten und Biogeschäften in ganz Frankreich sowie auf regionalen Märkten vertrieben wurden. Auch auf dem Freiburger Münstermarkt war der Betrieb bis Anfang September noch mittwochs mit einem Stand vertreten. Deshalb könnten auch deutsche Verbraucher betroffen sein. 
Info

Listerien könne schwere Infektionskrankheiten auslösen. Besonders betroffen sind alte und geschwächte Menschen sowie Schwangere. Erste Anzeichen sind Fieber, Kopfschmerzen und andere Symptome, die einer Grippe ähneln. Zwischen dem Verzehr des Produktes und dem Auftreten erster Krankheitssymptome könnten bis zu 70 Tage vergehen.