BZ-Interview

Joachim Bauer: "Der Mensch ist zu allem fähig"

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Di, 10. Mai 2011

Literatur

Für den Freiburger Mediziner, Psychotherapeuten und Hirnforscher Joachim Bauer (59) ist die biologische Natur des Menschen auf Kooperation, auf soziale Verständigung ausgelegt. Warum es aber kommt es trotzdem zu Gewalt?

Diese Frage behandelt Bauer in seinem neuen Buch "Schmerzgrenze" (BZ vom 27. April). Morgen stellt Bauer es mit einer Lesung in Freiburg vor. Vorab sprach Thomas Steiner mit ihm.

BZ: Herr Bauer, mit der Tötung Bin Ladens durch die US-amerikanische Armee hat es gerade einen dramatischen Akt politischer Gewalt gegeben. Präsident Barack Obama, aus dessen Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises Sie in Ihrem Buch zitieren, hat sich als Aggressor gezeigt. Hat Sie das schockiert oder finden Sie es wenig überraschend?
Joachim Bauer: Die Anschläge vom 11. September 2001 waren ein monströser Angriff und eine schwere Demütigung, also klassische Trigger für reaktive Aggression. Von daher folgt die Tötung Bin Ladens meinem "Gesetz der Schmerzgrenze". Ob das Vorgehen juristisch einwandfrei war, ist eine andere Frage. Ebenso wichtig wie die Bestrafung der Drahtzieher der New Yorker Anschläge ist aber, die wechselseitigen Demütigungsakte zwischen dem Westen und der islamischen Welt zu beenden.
BZ: Ihr Buch hat ...

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