"Man kann Menschen nicht erklären"

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Sa, 17. September 2011

Literatur

BZ-INTERVIEW mit dem Schriftsteller Peter Stamm, der morgen in Waldshut den Alemannischen Literaturpreis erhält.

Seine Figuren geben ihr Geheimnis nicht preis: Der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm, der zu den verschwiegensten Stimmen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählt, erhält morgen in Waldshut den mit 10 000 Euro dotierten Alemannischen Literaturpreis. Mit dem in Winterthur lebenden Autor sprach Bettina Schulte über seinen jüngsten Erzählband "Seerücken", seinen Roman "Sieben Jahre" und das Schreiben.

BZ: Herr Stamm, der Titel Ihres jüngsten Erzählbands deutet darauf hin, wo die Geschichten überwiegend angesiedelt sind: Ein Hügelzug im Thurgau zwischen Bodensee und Thurtal heißt "Seerücken". Schwingt in diesem Titel mehr mit als die geographische Bezeichnung?
Stamm: Beim Schreiben der Erzählungen ist mir aufgefallen, dass sie überwiegend in der Bodenseeregion spielen, aus der ich stamme. Dadurch kam ich auf den Titel. Aber wenn die Geschichten in der Nähe von Zürich angesiedelt wären, würde ich den Band sicher nicht nach dem dortigen Berg "Pfannenstiel" nennen. Ich will das aber gar nicht näher deuten. Ich finde, es ist ein schönes Wort.

BZ: Es hat etwas Rätselhaftes, Poetisches. Vielleicht muss man auch gar nicht wissen, dass es den Seerücken wirklich gibt.
Stamm: Vielleicht. Wenn ich in Hamburg lese, mögen die Leute den Titel, obwohl sie nicht wissen, was er bedeutet.

BZ: Was hat die Region für eine Bedeutung für ihr jüngstes Erzählen?
Stamm: Ich bin jetzt schon so lange da weg, dass sie wieder eine gewisse Fremdheit gewonnen hat, die man zum Schreiben braucht. Vielleicht fängt man auch an, sich für seine ...

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