Lob für eine verrückte Idee

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Sa, 22. Juni 2019

Riegel

In der Kunsthalle Messmer in Riegel wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert.

RIEGEL. Die Kunsthalle Messmer in Riegel gibt es seit zehn Jahren. Das wurde am Donnerstag zusammen mit der Vernissage der Evard-Ausstellung "10 Jahre Kunsthalle Messmer – Ein Leben für die Kunst" gefeiert.

Für Kulturfreunde aus dem ganzen Land sei nun ein Zwischenstopp in Riegel zwingend, sagte der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß. Die Idee, in der Kaiserstuhlgemeinde eine Kunsthalle zu eröffnen, sei eigentlich verrückt gewesen, so Weiß. Wer denke bei einem kleinen Ort wie Riegel schon an ein Kunstmuseum, das ein großes Publikum benötige? Doch manchmal brauche es verrückte Ideen, setzte Weiß fort. Gerade auch für die Schulen in der Region sei das Angebot, auf diese Weise Kunst zu erleben, eine tolle Sache. Der Abgeordnete sprach Dank aus: Private Mäzene wie Jürgen Messmer sorgten mit ihren Ankäufen dafür, dass Künstler leben könnten – und schaffe der Öffentlichkeit auch einen Zugang zur Kunst. Weiß kündigte einen Besuch der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, für den 17. Juli an.

Da die Kunsthalle eine bedeutende Einrichtung für Riegel und die Region sei, spreche er seine Dankesworte auch im Namen von Landrat Hanno Hurth, erklärte Bürgermeister Daniel Kietz. Für Riegel bedeute die Kunsthalle, dass der Ort ein kulturelles Highlight bekommen habe und auch deshalb das kulturelle Tor zum Kaiserstuhl sei, sagte der Bürgermeister. Er spannte in seiner Laudatio auf den Unternehmer in Sachen Kunst, Jürgen Messmer, einen großen Bogen: Er sprach zunächst über Digitalisierung und die damit verbundene Veränderung der Welt. Wegen des Wandels brauche es kulturelle Reflexion, dafür sei die Bildende Kunst prädestiniert. Aus diesem Grund müsse Kunst auf die Menschen zugehen, dürften die Werke nicht im Keller verstauben, so Kietz.

Jürgen Messmer erklärte, er sei sich immer sicher gewesen, dass seine Evard-Sammlung und die Kunsthalle ein Dauerbrenner würden. Dass Evard zu Lebzeiten nicht den großen Namen als Künstler bekommen habe, liege am Fehlen eines Galeristen, der für ihn in der Öffentlichkeit geworben hätte. Es sei nun seine Aufgabe, Evard und dessen Kunst bekannter zu machen. Messmer sprach über die Herausforderung als Sammler und Aussteller. Angesichts der rapiden Entwicklung der Preise auf dem Kunstmarkt müsse er auch mit hohen Versicherungssummen kämpfen.

Die Direktorin der Kunsthalle, Caroline Yi, erklärte dem gedrängt stehenden und sitzenden Publikum im Foyer der Kunsthalle die Konzeption der Ausstellung, in der die Entwicklung von Evard und der Kunst vom Jugendstil bis zur Moderne präsentiert werde. Evard werde in die Zeitgeschichte eingebettet und die Besucher sähen die Werke eines Künstlers, der nicht bei seiner anfänglichen Kunst stehen geblieben sei, sondern sich immer weiterentwickelt habe.

Info: Kunsthalle Messmer. Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.