Qualitätsmerkmal, aber kein verlängerter Arm

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Fr, 05. Juli 2019

Lörrach

Schulsozialarbeit ist ein Tätigkeitsfeld der Dieter-Kaltenbach-Stiftung, die seit 20 Jahren offene und mobile Jugendarbeit leistet.

LÖRRACH. Seit 20 Jahren engagiert sich die Dieter-Kaltenbach-Stiftung in Lörrach in der offenen und mobilen Jugendarbeit. Egal ob mit dem Einrichten und Unterhalten von Jugendzentren, dem aktiven Zugehen für Jugendliche auf der Straße oder in der Schulsozialarbeit setzt sich das Team für die Jugendlichen im Landkreis ein. Am Samstag wird das Jubiläum mit einem Fest auf dem Stiftungsgelände an der Konrad-Adenauer-Straße gefeiert.

Nach der Gründung der Dieter-Kaltenbach-Stiftung im Jahr 1965 wurde der Stiftungsgeist im Jahr 1999 erstmals über die Grenzen des Stiftungsgeländes hinaus getragen, erzählt Jan Funke, Leiter der Jugendarbeit. Damals hätten sich die Jugendlichen in Haagen einen Jugendtreff gewünscht, der wenig später auch gleich eingerichtet wurde. Heute gibt es rund um Lörrach vier Räume – in Haagen, Hauingen, Brombach und Tumringen. Rund um Weil am Rhein gibt es zudem noch das Juke, Laluna und das Juka. Fünf Vollzeitstellen sind im Landkreis für die mobile Jugendarbeit eingerichtet, dazu kommen noch Praktikantinnen und Praktikanten sowie Studierende.

Auch in der Schulsozialarbeit ist die Dieter-Kaltenbach-Stiftung aktiv. Im kommenden Schuljahr sei man an neun Schulen vor Ort, so Geschäftsführer Bernd Schandera. Zehn Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sind im Einsatz. Die Bedeutung der Schulsozialarbeit habe im Laufe der Zeit zugenommen, erinnert sich Funke. Den Bedarf habe es dabei sicherlich auch schon früher gegeben, heute sei dafür das Bewusstsein für deren Bedeutung deutlich gewachsen. "Schulsozialarbeit ist heute ein Qualitätsmerkmal einer Schule", so Funke. Dabei sei es auch wichtig, als Schulsozialarbeit nicht "verschult" zu werden.

Für die Jugendlichen müsse klar sein, dass die Schulsozialarbeiter nicht als verlängerter Arm der Schule agierten. Zugleich müsse man sich sowohl in der Schulsozialarbeit wie auch in der mobilen Jugendarbeit an die durch die Veränderung der Schullandschaft längeren Unterrichtszeiten anpassen und beides auch stärker miteinander vernetzen, so Funke. Zudem gibt es Kooperationen mit den Schulen, bei denen etwa bestimmte Themen behandelt werden oder die Koordination und körperliche Fitness der Kinder und Jugendlichen trainiert wird. Die Themen in den Sprechstunden reichen dabei von Problemen mit Freunden und Partner, Schwierigkeiten im familiären Umfeld bis hin zu Gewalterfahrungen und Alkohol.

Am morgigen Samstag, 6. Juli, wird die Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung gefeiert. Es gibt Live-Musik lokaler Bands, einen Poetry-Slam und abends wird ein DJ auflegen. Die Besucher können sich zudem im Speedsoccer, auf der Slackline oder an der Graffiti-Wand ausprobieren. Auch ein umfangreiches kulinarisches Angebot gibt es. Außerdem lassen sich Relikte aus 20 Jahren Jugendarbeit in einer kleinen Ausstellung entdecken – vom Tischkicker ohne Beine bis zu vielen durchgelaufenen Schuhen.

Termin: Jubiläum 20 Jahre Offene und mobile Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung am Samstag, 6. Juli, 15.30 Uhr bis 22 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Straße 22 in Lörrach.