Kot du Lion

Löwen-Kot aus dem Weckglas schlägt Marder in die Flucht – garantiert

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Mo, 06. Juli 2020 um 13:35 Uhr

Unterm Strich

Wer Marder vom Auto fernhalten will, kann ab sofort auf ein exotisches Hilfsmittel zurückgreifen: Der Circus Krone mit Sitz in München verkauft seit dieser Woche Löwen-Kot – im Einmachglas.

Es ist ein alter Menschheitstraum: Sch…. zu Geld machen. Nicht unbedingt aus Raffgier oder Arbeitsscheu. Es ist einfach der Wunsch, wir könnten als Menschen und Verbraucher samt der uns anvertrauten Geschöpfe mehr hinterlassen als bloß Müll, Kot und Klärschlamm – sinn- und wertlose Materie, gar noch gewässerbelastend.

Den Mailänder Konzeptkünstler Piero Manzoni ließ das bereits vor fünfzig Jahren nicht ruhen. Er füllte das eigene Exkrement in 90 Konservendosen, signierte und verkaufte sie – für 37 Dollar das Stück, damals Nennwert einer Feinunze Gold. Auch wenn von späteren Echtheitsproben nichts bekannt ist – Manzonis "merda d’artista" ("Künstlerscheiße") erlebte eine Wertsteigerung um den Faktor tausend. Wer will bei solchen, sagen wir, Druckerzeugnissen noch von wertloser Materie sprechen?

Mit Löwenkot experimentiert

Das dachten sich jetzt auch Mitarbeiter des in München ansässigen Circus Krone. Auf der "Krone-Farm" bei Starnberg, einer Art Seniorenheim für alternde Zirkustiere, hatten sie schon länger mit Löwenkot experimentiert – als Marderschreck für den Fuhrpark. Die Beißer, denen, einmal in Hormonwallung, kein Kühlschlauch zu dick oder Zündkabel zu hart ist, ließen sich exzellent mit Löwenkot vergrämen, versichern die Krone-Leute.

Seit vergangener Woche nun bieten sie Löwenkot zum Verkauf an, fünf Euro pro Weckglas – mit Geld-zurück-Garantie im Fall ausbleibenden Erfolgs. Das scheint auf jeden Fall günstiger als der handelsübliche Elektronik-Schnickschnack zur Marderbekämpfung. Auch sollen die Einnahmen einem Verein zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren zugutekommen.

Keine Versand möglich

Der Haken: Es gibt die aromatischen Konserven nur im Direktverkauf. "Auf einen Versand per Post haben wir mit Rücksicht auf die Boten verzichtet", sagt eine Sprecherin.

Ergo – wo ein Nutzen, da eine Nachfrage, mit der sich Geld verdienen lässt. Vielleicht ist das Verfahren ja noch ausbaufähig für andere Fragen des Zusammenlebens: Konfliktlösung per Duftmarke.