Ländler und Städter

LUEGINSLAND: He Nochber, guete Tag!

Markus Manfred Jung

Von Markus Manfred Jung

Sa, 30. April 2022

Kolumnen (Sonstige)

Siter zwölf Johr wohne mir zwei Städter jetz uf em Land, im e Dörfli mit öbbe fuffzig Mensche um is drum umme. Was hä mer glehrt? Zum Bischpil, was für e Sege die gueti Luft do isch, un die himmlischi Rueihj – emool abgseh vo däne zwei, drei Stunde noch em Fiirobe, wenn so alles an Maschine lauft, was d Nochberschaft ufzbiete hät. E Bulldog hät e jede, oder zmindeschtens en Unimog, usser uns natürlich. Aber s isch jo au logisch, dass die, wo no erlebt hän, was es heißt: Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen (1. Mose, 3:19), sich alles agschafft hän, was die ebbe doch müehseligi Handarbet ersetzt. Mi nemme si aber einewäg aa, halt als selle e bizzi seltsami Mensch, wo si Holz mit de Bügelsägi chlei kriegt un no mit de Axt verhackt, wo s Gras mit de Sägese abhaut, vo Hand zämmerecht un mit de Heugable hinter s Huus trait, im Schweiße seines Angesichts. Si, die Ländler, wo alli no neumen im Tal vorne in re Stadt ihre greglete Arbet noochgöhn, wön sich son e Luxus vo Handarbet nümmi leischte. Un glehrt hä mer au, wie wertvoll e gueti Nochberschaft isch. Mer grüeßt enand, schwätzt e bizzi über s Wetter un wie s eim goht und losst eim suscht in Fride läbe, jede noch siinre Fassong. Je nu. Schön, un normal halt, oder? Aber was de erlebsch, wenn de emool um Hilf frooge muesch wäge irgendöbbis, sell isch däno scho son e Nochberschaft, wo öbbis bsundris isch. Um s Ummeluege kriegsch Hilf. Un de merksch, dass es um di umme allewiil mindeschtens ei Mensch git, wo gnau des bsunders guet cha un hät, wo du bruuchsch. Un jasse chönne si zum Glück au alli. Un Feschtli fiire sowiso.