In der Diaspora

LUEGINSLAND: Uf Bsuech bi fümpf Famillje

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Mo, 01. Februar 2021

Kolumnen (Sonstige)

Wenn mir bi uns fertig gsin sin, sin mir als Sternsinger ins Nochberdorf, wu es nur fümpf katholischi Famillje genn het. Bi uns sin mir drey Täg durch Wasserlache dappt, hän de goldig angmolte Holzstern gege de Wind gstemmt un brav Antwort genn, wemm mir gheere un wie s de Muetter ihrem Knie geht. Im ander Dorf, bi dere Hampfel Katholische unter dene viele Evangelische, sin mir ankumme wie d Erleeser un hän uns gfiehlt wie im Paradies. Mir sin im e Auto kutschiert wore. Keiner het nooch de Maläschte vun de Muetter gfrogt un unseri dreckigi Kutte un schiefi Krone sin bewundert wore. In jedere Stub hän mir Kaba gschlirpfelt un fir d Omma im Pflegebett hän mir e extra Stroof gsunge, bis ere Träne uf s Kopfkisse grollt sin. Derno het s e gueti Spend fir d armi Kinder genn, dass sich der witte Weg (drej Kilometer) glohnt het. "Christus dem Herrn habt Ihr freudig gegeben, er lohnt es Euch mit dem ewigen Leben", hän mir derno zuem Abschluss gsait. In dem Fall hän mir fescht dran glaubt, dass de Herrgott e Erbarme het mit denne arme Mensche, wu mit ihrem Glaube elleinig dostehn. Mir hän nit gwisst, was Diaschpora isch, awer mir hän s gspiiert.