Luftfahrten ins Ungewisse

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 15. November 2020

Skispringen

Die Skispringer starten in die Corona-Saison.

Sie fliegen wieder, die Frauen und Männer, im erdnahen Raum. Die Skispringer starten nächstes Wochenende im polnischen Wisla in ihre Weltcup-Saison, die Skispringerinnen Anfang Dezember im norwegischen Lillehammer.

Es wird, wie alles im Weltsport, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine Saison der Ungewissheiten werden. Noch vor dem Beginn der Winterserie hat der japanische Skiverband die Wettkämpfe der Frauen im Januar und die der Männer im Februar 2021 in Sapporo gleich wieder abgesagt. Grund: Die Infektionszahlen auf der Insel Hokkaido seien zu hoch. Das Frauenspringen im japanischen Zao eliminierten die Organisatoren ebenfalls aus dem Kalender. Die umfangreichen Schutz- und Hygienemaßnahmen hätten den finanziellen Rahmen gesprengt, hieß es dort.

Schon sechs Austragungsorte haben überdies angekündigt, dass sie keine Zuschauer in die Stadien lassen werden. Ob wenigstens ein Zehntel der normalerweise 25 000 Fans die Allgäu-Arena zum Start der Vierschanzentournee Ende Dezember in Oberstdorf besuchen darf, war bei Redaktionsschluss offen. Das prestigeträchtige Tournee-Springen Nummer zwei an Neujahr in Garmisch-Partenkirchen soll auf jeden Fall vor leeren Rängen stattfinden.

Aber irgendwie wollen sie die Saison durchziehen – was angesichts der Gelder, die das Fernsehen für die TV-Übertragungen bezahlt, für den Winterflugsport überlebenswichtig ist. Auf Zuschauer vor Ort wird notfalls verzichtet. Im deutschen Team stehen die Top-Springer um Markus Eisenbichler und Karl Geiger im Vordergrund. Andreas Wellinger, Olympiasieger der Winterspiele von Pyeongchang (Südkorea) 2018, tastet sich nach Kreuzbandriss und Schlüsselbeinbruch an seine Form heran. Gar nicht erst springen wird der beste Hochschwarzwälder. Stephan Leyhe aus Hinterzarten kann nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder an die Schanze.