Ins kühle Nass

LUGINSLAND: Summerluscht am See

Martin Wangler

Von Martin Wangler

Sa, 29. August 2020

Kolumnen (Sonstige)

Wenn’s dusse so heiß isch, dass mer’s dinne nimmi uushält, dann locke die kalte Schwarzwald-Seen Jung und Alt ans Wasser. Mich natierlich au! Am liäbschte aber bliib ich uff miim Handtuech hucke, un guck de Badegäscht zue, wiä si ins kalt Wasser nii störchle. Itte, dass ich Angscht vorem Wasser hett – was normalerwiis jedem Hochschwarzwälder in d Wiege glegt isch – aber de Reiz zum Gugge isch viel, viel größer als seller zum selber Bade! Männer wie Baumstämm traue sich kaum, de groß Zeh nass z’mache und jeder Stapf tiefer ins Wasser, koschtet enorme Überwindung. Mängmol hätt des ebbis vuneme Tänzli: zwei Schritt vor, einer zruck. Do darf’s dir bim Gucke itte pressiere! Oder wenn der eint oder au die ander, nu bis zum Buuchnabel ins Wasser goht, well de Weg uff’s Klo so viel witter isch als ins kühle Nass. S Schönscht isch aber, wenn ä Grazie im knappe Bikini ihre Badfigur herzeigt, dodebi wäggeme kleine Steinli die luschtigschte Vurenkunge macht un z letscht mit eme Giigser im Wasser landet. Wenn aber die kleine Kinder ins kalt Wasser renne als wär’s nint, kenn au ich kei Halte meh: Ich zieh de Ranze ii un mach mich uff dä Weg, wiä en junge Adonis. Ich vuzieh kei Miene, während sich d Steinli fies in mini Fuesssohle bohre und sich d Eier vor Kelti hinter dä Ohrä vustecke. "Hoffentlich guggt mer keini zue!" schiässt’s mer durch de Kopf.