Jobmarkt spezial: Logistik

Männerdomäne Logistik aufbrechen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 15. Februar 2020 um 00:00 Uhr

APA

Frauen sind in der Logistik in allen Bereichen unterrepräsentiert – sie werden höchsten mal in der Zustellung sichtbar. Dabei bietet sich das Arbeitsfeld auch ihnen an.

An der Qualifikation liegt es nicht, wenn die Frauen in der Logistik nach wie vor schwach vertreten sind. Vielmehr ist es eine Frage der Unternehmenskultur, ob Frauen sich von logistischen Tätigkeitsfeldern angesprochen fühlen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Bundesvereinigung Logistik (BVL) auf der Basis einer Mitgliederbefragung und von Einzelinterviews, die im Auftrag der Transport Logistic durchgeführt wurden.

Der Wirtschaftsbereich Logistik biete durch sein stetiges Wachstum und die verstärkte Einbindung hochwertiger Logistikdienstleistungen in die Wertschöpfung von Industrie und Handel vielfältige Karrieremöglichkeiten für Frauen und Männer, informiert die BVL in einer Pressemeldung. Heutzutage finden sich Frauen in der Logistik überwiegend in klassischen Bürojobs, etwa im Controlling, im Einkauf oder in der Personalabteilung. Dabei seien die Eigenschaften und Fähigkeiten wie Flexibilität, Serviceorientierung, konsequente Zielumsetzung, Teamwork, Effizienz, Entscheidungs- und Konfliktmanagement ideal, um strategisch und federführend in Organisationen zu arbeiten. Studien belegen zudem, dass sich eine höhere Diversität positiv auf den Unternehmenserfolg auswirke.

Die BVL hat im April 2019 ein Stimmungsbild über die Stereotypen zu Frauen in der Logistik eingeholt. Dabei wurde die Wahrnehmung, dass die Logistik derzeit eine Männerdomäne ist, bestätigt. Aber sie sei offener geworden und biete auch weiblichen Fach- und Führungskräften Karrieremöglichkeiten. Bei den Bemühungen um mehr Frauen in der Logistik sehen die Interviewten einzelne Unternehmen und die Branche in ihrer Gesamtheit in der Pflicht, Logistik bei potenziellen Kolleginnen bekannt zu machen und aktiv um diese zu werben. Dazu vermuten einige, dass die Rund-um-die-Uhr-Mentalität für Frauen wenig attraktiv sein könnte. Dies wird umso deutlicher, wenn nach den Maßnahmen gefragt wird, die Unternehmen und Vorgesetzte ergreifen könnten, um die Geschlechterdiversität zu steigern. Dort wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie genannt.

Nahezu alle Befragten sind sich einig, dass die Logistik ein spannendes Arbeitsfeld ist. Ihre Attraktivität kann mit einer höheren Beteiligung von Frauen steigen, die die Männerdomäne um Empathie, positives Kommunikationsverhalten und Offenheit samt Lernbereitschaft bereichern. Eins hätten die Befragten in den Kommentaren zum Stimmungsbild klar geäußert: Die Qualifikationen der Frauen in der Logistik sind gleichwertig mit denen der männlichen Kollegen. Der Einstieg in die Logistik fiel den Frauen fachlich nicht schwerer als männlichen Absolventen. Alle berichten von einem guten Start in das Arbeitsleben.