Mit Bakterien belastet

Abkochgebot für Trinkwasser in Malsburg und Marzell verhängt

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Fr, 12. Juli 2019 um 13:13 Uhr

Malsburg-Marzell

Wegen einer Belastung mit E. coli-Bakterien muss das Leitungswasser in Marzell und in Teilen von Malsburg bis auf Weiteres vor dem Verzehr abgekocht werden.

Das Gesundheitsamt des Landkreises hat mit sofortiger Wirkung ein Abkochgebot für Trinkwasser in Marzell (ausgenommen die Kliniken) und in Teilen von Malsburg verhängt. Das bedeutet, dass das Wasser aus dem Hahn vor dem Verzehr sowie der Säuberung von Lebensmitteln zuvor abgekocht werden muss. Dabei genügt es, dass Wasser kurz im Topf oder dem Wasserkocher aufkochen zu lassen. Grund dafür ist eine mikrobiologische Belastung des Wassers, in dem E. coli Bakterien festgestellt wurden. Wassermeister Bernd Wehrle, der die Proben am Mittwoch entnommen hat, sieht aber keinen Grund zur Beunruhigung.
Vom Abkochgebot betroffen sind laut Gemeindeverwaltung der Ortsteil Marzell (nicht Kliniken), sowie der vordere Teil Malsburgs rund um den "Hirschen", im einzelnen folgende Straßenbereiche: Am Felsen, Am Hörnle, Am Hasel, Im Ried, Vogelbachweg, Bleuelmatt und Talstraße.

Am Mittwoch hatte Bernd Wehrle Wasserproben entnommen, was vierteljährlich erfolgt. Im Labor sei dann festgestellt worden, so Wehrle, dass eine hohe Belastung mit E. coli Bakterien festgestellt. Auf Weisung des Gesundheitsamtes hat die Gemeinde nun das Abkochgebot verhängt. Wehrle führt dies auf die starken Regenfälle am Sonntag zurück: Auf dem Lipple habe es einen Hagelschlag gegeben, Kandern stand kurzzeitig unter Hochwasser. Daher sei in kürzester Zeit sehr viel Regenwasser in die Erde gelangt, so Wehrle. Das Probenergebnis sei daher eine Momentaufnahme, betonte er. Und weil in einer Probe von 100 Millilitern Wasser das Bakterium gefunden worden sei, hieße das nicht, dass dies in allen Proben zu finden sei. "Das gibt es immer wieder, und das wird es auch immer wieder geben", sagte er der BZ.

Im schlimmsten Fall, so Wehrle, könnten die Bakterien Durchfall auslösen, was vor allem bei älteren Menschen und bei solchen mit einem schwachen Immunsystem passieren könne. Jeder Mensch trage E. coli Bakterien im Magen, erklärte Wehrle. "Gesunden Menschen passiert in der Regel nichts", sagte er. Zur Bekämpfung der Bakterien habe er den betroffenen Hochbehältern Chlor zugegeben, das sich allerdings erst im Netz verteilen müsse, was einige Tage dauere. Anfang kommender Woche werde er erneute Proben nehmen, um prüfen zu lassen, ob das Wasser wieder belastungsfrei sei. Bis dies klar ist, bleibt das Abkochgebot bestehen.

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